Kurzreviews: Bad Teacher, Beilight, Tree of Life, In China essen sie Hunde, Surrogates

Kurzreviews:

~ Bad Teacher (Kino)
~ Beilight (DVD)
~ Tree of Life (Kino)
~ In China essen sie Hunde (DVD)
~ Surrogates (DVD)

Bad Teacher

Mit: Cameron Diaz, Justin Timberlake, Jason Segel, Lucy Punch

In Bad Teacher fragt man sich eigentlich den gesamten Film über, wie die gute Cameron eigentlich zu dem Lehrerjob kam. Viel Motivation hat sie ja nicht, und Kinder scheint sie auch nicht zu mögen.
Was sie jedoch mag, ist Geld, viel davon. Und Männer. Am liebsten ja in Verbindung. Sie hat also einen netten Kerl am Finger hängen, der auch einiges an Geld hat, doch seine Mutter wäscht ihm den Kopf und schwupps ist die arme Cameron wieder in der Schule und muss tatsächlich für ihr Geld arbeiten.
Allerdings will sie dieses Geld nicht für Essen ausgeben, nein, sie möchte ein neues Paar Brüste. Ihr Vorhaben wird noch dadurch bestärkt, dass der neue Aushilfslehrer und ziemlich schwächlige und schwuchtlige wirkende Justin Timberlake eine Exfreundin mit grooooßem Herzen hatte. Der Justin ist nämlich auch reich und steht deswegen auf ihrer “Will ich haben”-Liste.
Was jetzt folgt sind sinnlose Dialoge und recht stumpf aneinander gehauene Szenen des Geldverdienens und Pläneschmiedens.
Auch hier gilt: wer den Trailer kennt, kennt den Film. Aber eine Überraschung bleibt, nämlich die chronologische Abfolge! Im Trailer wirkt das logisch und stimmig aber im Film ist alles umgedreht und anders und man wundert sich nur.
Natürlich gibt es am Ende eine Moralpredigt, warum auch nicht.
Alles in allem ist dies ein sehr sehr grottiger Film für den man auf keinen Fall ins Kino gehen sollte.

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Beilight

Mit: Jenn Proske, Matt Lanter und vielen anderen, die keine Sau kennt.

Viele denken ja, Twilight sei schon eine Parodie auf Vampirfilme. Aber es gibt tatsächlich eine Parodie der Parodie die sich selber parodiert. Willkommen im Beilight-Reich. Das schöne an diesem Film: die deutschen Synchronstimmen sind exakt die, der Twilight Filme.
Ich stelle mir heimlich vor, wie die Sprecher sich totlachten während dem Vertonen. Oder sie versanken in Scham, weil sie erst hier merkten, welchen Mistjob sie eigentlich hatten.
Die Story ist wie in Twilight gepaart mit New Moon, nur versucht dieser Film sehr sehr angestrengt alles ins Lächerliche zu ziehen. Durch den Einsatz von sehr niveaulosen Nebengags denkt der Zuschauer aber nur daran, lieber einen Eimer zu holen (ohne auf Pause zu drücken) damit man später nicht putzen muss.
Es wird wirklich nicht besser, aber wenn man mal durchgehalten hat, dann freut mich sich beim Abspann um so mehr, dass es vorbei ist.
Die schönste Szene im ganzen Film ist jedoch die, in der Edward mit einem Segway durch den Wald cruist. Das ist witzig!
Zu Empfehlen ist er nicht. Nicht für Twilight Fans und nicht für Hasser. Szenen wurden aus dem Original rauskopiert und mit strangen Gesichtsausdrücken oder Furzgeräuschen versehen.
Warum müssen Parodien immer Unter-der-Gürtellinie-Humor haben?

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Tree of Life

Mit: Brad Pitt, Sean Penn, Fiona Shaw

Der hochgepriesene Tree of Life.
Wurde er doch von vielen Empfohlen, aber auch mit dem Satz “Viele sind einfach in der Mitte aus dem Kino gegangen, sie haben es nicht mehr ausgehalten.” Da geht man schon mit ein wenig Neugierde in den Saal. Und wenn es noch ein wunderschöner Programmkinosaal ist, dann fühlt man sich perfekt in Szene gesetzt.

Man muss aber sagen, Tree of Life ist sicher nicht für jeden etwas. Er ist… sagen wir, schwierig. Es passiert immerhin kaum etwas, und doch passiert alles.
Wenn dann irgendwann die Weltallszenen beginnen, bekommt man erst einmal Gänsehaut, weil diese Szenen und diese überwältigende Musik einfach nur auf großer Leinwand wirken und man dann froh ist, das Geld ausgegeben zu haben. (Wobei glaube ich, Tree of Life der bisher billigste Kinofilm des Jahres war, für mich).
Schwierig wird es dann jedoch danach, denn die vielen Bilder stehen oftmals nicht ganz so im Zusammenhang, und die Stimmen auf dem Off sind auch sehr religiös angehaucht, was einem mega-unreligiösen wie mich, ein wenig auf den Keks geht. Aber so ist das, wir sehen die Entstehung der Welt und des Lebens auf zwei Weisen. Der Wissenschaftlichen und der religiösen.
Im Grunde hängt alles mit der Liebe zusammen, aber das muss man auch erst einmal lernen.
Menschen gehen und kommen und doch fragt man sich, wieso Sean Penn immer als zweites genannt wird, wenn er doch nur einen Bruchteil des Filmes überhaupt auftaucht. (Was hat er denn bitte geleistet? Ich wette, da gibt’s ne Oscar-Nominierung für).

Nachdem man die Phase mit dem “Ich kann meine Augen nun echt nicht mehr aufhalten” überwunden hat (jeder, der den Film empfiehlt, sollte auch einen vorigen Kaffee dazu empfehlen), geht man auch dem Ende der seeehr langen Reise durch das Alles und Nichts entgegen, und schwupps laufen die Credits, die einem mit drölfzigtausend Liedtiteln überhäufen. Man ist ein wenig erstarrt und fragt sich: Was war das denn bitte? Und geht geteilter Meinung aus dem (wunderschönen) Kinosaal.
Danke Schauburg, dass du ihn zeigtest (Mainstream Kinos sind sich ja zu fein für sowas) aber die Sitze waren so bequem, dass Schlafen eine wunderbare Option gewesen wäre.
Aber als Kinogänger schläft man auf keinen Fall im Kino und erst recht nicht bei so einem Film.

Wer noch die Möglichkeit hat, ihn auf großer Leinwand zu sehen: TUT ES! Aber trinkt Kaffee.
Für alle anderen: auf dem Fernseher wird er zu langweilig sein, schätze ich. Aber wer den unbedingt trotzdem sehen will: nur zu!

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In China essen sie Hunde

Mit: Dejan Cukic, Kim Bodnia, Trine Dyrholm, Nikolaj Lie Kaas, Tomas Villum Jensen, Brian Patterson

Auf eine freundliche Empfehlung hin, sollte ich mir diesen Film doch unbedingt einmal ansehen. Viel zu spät! möchte man rufen, denn so einen wunderbaren Film sollte man zeitnah gesehen haben. Also direkt zu Beginn: Schaut ihn euch an! Das ist ein Befehl!

Eigentlich sollte man, wie ich, ohne Infos in den Film reingehen. Denn dann wird man umgehauen von der Komplexität und dem Humor des dänischen Kinos.
Aber ich kann ja mal eine kleine Zusammenfassung probieren.
Nun, da ist dieser Kerl, er arbeitet in einer Bank, diese wird ausgeraubt und er schlägt dem Räuber mit einem Tennisschläger eins über. Er ist der Held. Trotzdem verlässt ihn am selben Tag noch seine olle Freundin, die ihn wie Dreck behandelt, die er aber wieder haben will.
Kurz darauf kommt die Freundin des Räubers vorbei und brüllt ihn an, denn das Geld hätten sie ja gebrauchen können, wollen sie doch schwanger werden.
Gut, denkt sich der junge Mann, dann geh ich halt mal zu meinem Bruder, der mich Jahrelang ignorierte und wir rauben einen Transporter voller Geld aus um denen die Schwangerschaft zu bezahlen. Gesagt getan. Doch dann stellt sich heraus, dass die Frau nicht die Freundin ist, aber erst nachdem Leute tot sind und der Räuber aus dem Gefängnis geholt. Kein Panik, wir bringen noch mehr um und die Köche vergraben die Leichen im Park.
Dann wären da noch die Russen, mit denen man sich ja auf keinen Fall anlegen sollte. Aber dummerweise ist deren Schützling durch… sagen wir.. unglückliche Abprallungen der Kugeln an Küchendecken umgekommen und liegt nun etwas zu leicht verascharrt bei den anderen. Showdown in der Kneipe. Aber Engel und Teufel sind dabei und knobeln dann um die Geister der Verstorbenen.

Der Enddialog ist zum Schreien komisch und man hofft einfach, dass es so super im zweiten Teil weiter geht. Ich werde berichten.

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Surrogates

Mit: Bruce Willis. (braucht ihr mehr? Na gut: Radha Mitchell, Rosamund Pike)

Die Welt wird immer gefährlicher. Deswegen traut man sich nicht mehr aus dem Haus. Aber hey! Es gibt doch Gedanken gesteuerte Roboter denen man jedes Aussehen verpassen kann und die man dann in die Reale Welt schickt.
Der Sinn hinter diesem System bleibt mir verwahrt, denn wozu leben, wenn man nur in einem Sessel liegt und nichts selber empfindet.
Ach ja, man stirbt nicht.
Bis es plötzlich doch Leute tun und jemand aufdecken muss, was denn abgeht.
Bruce Willis ist da natürlich die Hauptperson, zudem verliert er seinen Surro bei einem Einsatz und muss fortan mit seinem wahren Körper durch die Gegend ziehen. Alle halten ihn für verrückt (ohja, wie kann er es nur wagen) doch irgendwie schafft er es die Rätsel zu lösen und…
na am Ende ist der Böse gekillt und die Guten gerettet und: Oh wunder! Alle Surros sind kaputt und die Menschen müssen sich wieder selber bewegen. Welch Schmach!

Der Film ist jetzt nichts Besonderes. Das Thema ist meh, Bruce ist auch eher so meh (man merkt es ihm richtig an!) und der Spannungsbogen kommt nicht mal auf meh-Niveau.
Ein leichter Actionfilm für zwischendurch und Fans, aber nichts, was man mal gesehen haben MUSS.

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