Kurzreviews: Brügge sehen… und sterben?, Source Code, Beim Leben meiner Schwester, The Brothers Bloom

Heute mit Reviews von:

~ Brügge sehen… und sterben?
~ Source Code
~ Beim Leben meiner Schwester
~ The Brothers Bloom

Brügge sehen… und sterben?

Mit: Colin Farrell, Ralph Fiennes

Wart ihr schon mal in Brügge? Nein? Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson) auch nicht. Aber sie werden dorthin geschickt, von Harry (Ralph Fiennes), der sie bittet, sich die Stadt anzusehen. Ray findet das doof, er mag “das Kaff” nicht, Ken dagegen genießt die Märchenhafte Stimmung die Brügge ausstrahlt.
Beide warten auf ihren nächsten Auftrag, denn sie sind Auftragskiller und Harry ist ihr Boss.
Bald wird klar, dass Harry von Ken will, dass er Ray umbringt, weil dieser ausversehen bei seinem ersten Auftrag einen kleinen Jungen mit in den Tod gerissen hat. Ken bringt das allerdings nicht übers Herz und hält Ray gleichzeitig davon ab, sich selbst umzubringen. Er soll fliehen, weg aus Brügge, denn Harry ist auf dem Weg dorthin um es selbst zuende zu bringen. Allerdings kommt Ray nicht wirklich weit. Es gibt einen Showdown im Herzen von Brügge und irgendwie… sterben alle. Oder?

Ein sehr gute Film, der langsam und undurchsichtig die Geschichte erzählt, aber gegen Ende alle losen Fäden zu einem Strang zusammenzieht. Außer der außergewöhnlichen Geschichte finden wir hier noch wunderbare Schauspielerische Leistung (sogar Colin Farrell ist echt gut) und super Musik von Carter Burwell.
Es ist ein bisschen komisch Voldemort in einer anderen Rolle zu sehen, aber er spielt ja wieder einen Bösewicht.

Für diesen Film gebe ich eine große “Unbedingt angucken” Empfehlung!

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Source Code

Mit: Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan

Source Code hat versucht ein bisschen auf Inception Niveau die Leute zu verwirren. Mit komischen Worten und Technik vs Biologie Gedöns und strangen verzerrten Erinnerungen, versucht es den Betrachter zu verwirren und ihm so über die Plotwholes hinwegzuhelfen. Sitzt man danach allerdings im Kinosessel (meiner war diesmal sehr bequem!) und denkt wirklich darüber nach (und das tut ein Filmmensch ja immer), dann kommt man irgendwann an einen Punkt, an dem es einfach keine Logik mehr gibt. Man muss das Ende wohl einfach so hinnehmen.

Aber zur Geschichte: Mr. Gyllenhaal findet sich in einem Zug wieder und hat keine Ahnung was er da soll. Eine komische Frau scheint ihn zu kennen, er sie aber nicht. Er wandert ziellos umher um herauszufinden was zum Teufel er hier macht, aber 8 Minuten später explodiert auch schon der Zug.
Und wieder wacht unser Protagonist an einem Ort auf, den er noch nie gesehen hat. In einer winzigen dunklen Kapsel mit einem Monitor auf dem eine Frau erscheint, die ihn zu kennen scheint. Sie erklärt alles und dies und jenes und es wird eben klar, dass er “auserwählt” ist, bzw einfach nur passt um in den Source Code zu hüpfen und in die letzten 8 Minuten der Erinnerung eines Verstorbenen zu sehen und herauszufinden wer die Bombe gelegt hat, wo sie ist und wie man sie entschärfen kann. Aber das alles macht ja eh kaum Sinn, die Menschen kann er nicht retten. Aber Jake hat wie immer einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und möchte alle Menschlein, die ja schon tot waren, retten. Die Logik dahinter bleibt weitestgehend unentdeckt.
Natürlich findet er den Schuldigen fix und bringt ihn quasi zur Strecke. Er selbst muss nur gefühlte 12 mal explodieren und wird auch öfter mal erschossen. Naja.
Wie genau das Ende ist, möchte ich nicht verraten, denn das wird es sinnlos den Film zu gucken. Nur ein Tipp: denkt nicht drüber nach!
Meiner Meinung nach war das Ende ein paar Minuten zu lang. Es gab einen Punkt, der wäre der perfekte Abschluss gewesen.
Ansonsten sind die Effekte ein wenig Mau und scheinen aus dem letzten Jahrhundert zu sein, da hat man selbst bei Final Destination bessere Sachen gesehen. Aber so für zwischendurch ist der Film ganz nett. Aber eben nicht ausgereift.

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Beim Leben meiner Schwester

Mit: Cameron Diaz

Ich hatte ein wenig Angst vor dem Film. Ich wusste, ich würde weinen, weil ich wusste, es würde mich an eine Freundin erinnern. Aber dass ich schon in den ersten paar Minuten, gar nicht mehr würde aufhören können zu weinen, bis ich auf Pause drückte, das hätte ich nicht geahnt.
Es geht um ein kleines Mädchen, dass an Leukämie erkrankte. Da ihre Eltern und ihr Bruder keine geeigneten Spender waren, entschieden sich die Eltern ein weiteres Kind zu bekommen und eben dafür zu “sorgen” dass es genetisch passt. Dieses Mädchen nun, das möchte nicht mehr als Ersatzteillager benutzt werden und verklagt ihre Eltern.
Während dem Prozess wird einiges aufgerollt und hinter die Kulissen geblickt. Die Geschichte von der Krankheit wird erzählt, von ihrem kurzen Leben.
Am Ende kommt heraus, dass die Klage nur ein Vorwand war, weil das arme Mädchen einfach sterben wollte, doch ihre Mutter nicht zuließ, sie gehen zu lassen und sie mit mehr und mehr Operationen zudröhnte.
Ein sehr gutes Portrait einer Mutter, die ihr Kind zu sehr liebt und zuviel für dessen Rettung tun möchte.
Cameron Diaz nervt ein bisschen aber trotzdem spielt sie die Sache ganz gut. Auch die Jungschauspieler sind recht gut in dem was sie tun.
Ich warne davor ihn zu sehen, wenn man so einen Fall in seiner Umgebung hatte. Es kann zu heftigen Tränenausbrüchen kommen (wie bei mir). Ansonsten: wirklich guter Film.

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The Brothers Bloom

Mit: Rachel Weisz, Mark Ruffalo, Adrian Brody

Die Gebrüder Bloom hatten nie eine liebende Familie. Sie wurden hin und her gereicht und immer wieder zurückgegeben, weil sie nunmal Jungs sind und Blödsinn machen. Irgendwann entdeckt der ältere der Brüder, Stephen, ihre wahre Bestimmung: Trickbetrüger.
So fristen sie ihr Leben viele viele Jahre, bis Bloom, der Jüngere, keine Lust mehr hat. Er möchte nicht immer eine Rolle spielen und sein Leben von seinem großen Bruder geschrieben bekommen. Er will raus.
Das schafft er auch drei Monate lang, bis sein Bruder ihn wieder findet und ihn bittet einen letzten Trick durchzuziehen.
Ihr Opfer ist diesmal Penelope, eine einsame junge reiche Frau, die es nie aus ihrem Haus heraus geschafft hat und die ein bisschen komisch ist. Sie verwickeln sie raffiniert in einen Coup und alles läuft fast nach Plan. Außer, dass Bloom sich nicht nur gespielt sondern auch wahr in die verliebt.
Gegen Ende wird alles ein wenig undurchsichtig. Was ist Trick? Was ist Realität? Wer spielt? Wer ist echt?
Aber das ganze ist furchtbar gut inszeniert.
Was ich an diesem Film toll fand, war der Erzähler und die Hintergrundscherze. Umfallende Palmen, explodierende Türme, Kamele im Wald die dann teuren Schnaps trinken. Solche Kleinigkeiten, neben den ernst drein schauenden Schauspielern, lockern den Film auf und machen aus ihm etwas besonderes.
Sehr erheiternd und kurzweilig! Definitiv eine Empfehlung.

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