Kurzreviews – Inglourious Basterds, Stichtag

Ich weiß, ich kam recht spät zu der Party. Inglourious Basterds wurde ja von jedem gefeiert und als unheimlich guter Film betitelt. Wie alles von Tarantino. Ich kam nur bisher nie dazu, ihn mir anzusehen. Also wanderte er recht fix auf meine lovefilm Ausleihliste.

Kurz zum Inhalt: Es geht um den zweiten Weltkrieg (yay! -.-) und darum, dass man Hitler und sein Nazi-Regime weghaben möchte. Da gibt es dann verschiedene Wege dies hinzukriegen. Zum einen sind da heldenhafte jüdische Amerikaner, die Basterds, die einfach alle Nazis skalpen, denen sie über den Weg laufen. Und dann ist da noch das kleine jüdische Mädchen, dessen Eltern zu Beginn des Films grausam umgebracht werden, sie aber fliehen kann und die jetzt ein Kino besitzt. In dieses Kino sollen Hitler und seine Gefolgschaft einer Filmpremiere beiwohnen bei der das böse Mädchen dann einfach das Kino abfackelt. Denn Nitrofilm brennt so herrlich.

Im Grunde eine sehr gelungene Story, auch der Aufbau des ganzen ist gut. Aber es ist ja eben auch Tarantino, weswegen man eigentlich nur gutes erwarten kann.
Der Beginn ist typisch für ihn. Eine eeeeellleenlaaaaangeeee Szene, die im Grunde auch in weniger Zeit abgespielt hätte werden können. Aber da zeigt sich zum ersten das großartige Talent von Christoph Waltz. Er kann diesen Bösewicht, der dann doch immer lächelt und lieb guckt, wunderbar wiedergeben. Herrlich.
Wie schon erwähnt töten ein paar Nazis dann sehr grausam die Eltern des Mädchen, welches dann fliehen kann.
Der Auftritt der Basterds ist weniger spektakulär und am meisten gelacht habe ich bei Eli Roths entrance, denn so etwas lächerliches habe ich noch nie gesehen. Da wird großes Trarara drum gemacht und dann kommt er da mit seinem Stöckel an und dem irren Blick. Allgemein hat er eigentlich nur eine winzige Nebenrolle (genau wie Til Schweiger) und gehört eigentlich gar nicht aufs Poster…
Die Basterds machen also einen Plan wie sie Hitler irgendwie umbringen können. Dazu kommt ein englischer Agent (oder was auch immer) der von Austin Powers.. ehh.. Mike Meyers… geschickt wird. Die treffen sich dann in einem Keller in Frankreich mit der juten Diane Kruger, die eine Schauspielerin und Doppelagentin ist.
Die sitzt da aber grad fröhlich “Wer bin ich” spielend mit einer Runde Nazis (bzw deutschen Komödianten, wenn man mal richtig hinguckt) am Tisch. Ende vom Lied ist, dass alle Sterben, außer Diane. Zu dem Zeitpunkt haben wir auch schon Til Schweiger verloren und dem netten Herren mit der tiefen coolen Stimme.
Die Kruger humpelt, weil sie angeschossen wurde und spielt eine recht lächerliche und total… unglaubwürdige Szene auf einem Operationstisch, wo ihr die Kugel entfernt werden soll. (Das war typisch deutsch, dieser Gefühlsausbruch, der aber wirklich sehr gespielt und total unecht rüber kam)
Trotzdem gehen Brad Pitt, Eli Roth, ein namenloser Dritter und die Diane dann zur Premiere.
Nebenbei hat sich der Daniel Brühl, der als Nationalheld gefeiert wurde, weil er in einem Turm eingesperrt war und ne Menge Leute abgeschossen hat (weswegen auch der Film gedreht wurde, dessen Premiere in dem Kino gezeigt werden soll), in das Mädchen verliebt, der das Kino gehört.
Die beiden haben ihren eigenen Showdown im Vorführraum bei dem Kugeln fliegen, aber keiner überlebt.
Ich muss hier jedoch erwähnen, dass ich die schauspielerische Leistung von Daniel Brühl sehr angenehm fand. Nicht so gestelzt wie manch anderer.
Aber vergessen wir mal nicht unseren herrlichen Christoph Waltz. Der hat nämlich herausgefunden, was der böse Brad Pitt vor hat und hat die Diane mitgenommen. Allerdings ist das ganz getwistet, denn Der Herr Waltz ist einer von der guten Sorte und vereinbart einen Deal. Allerdings sieht der Brad Pitt das gar nicht als so lustig an und naja… er ist eben ein Basterd.
Der Höhepunkt ist dann das brennende Kino (und liebe Leute: Keine Panik, heutzutage brennen die Filme nicht.) und ein wieder (oder immernoch?) irre guckender Eli Roth der Hitler das Gesicht zerschießt. Davon hat er aber nicht viel, da das Kino direkt mal in die Luft fliegt.

Fazit für mich: so viel gelacht habe ich gar nicht. Und nein, ich habe ihn nicht zu ernst genommen. Ich hab mich berieseln lassen, fand ihn dann aber nicht ganz so schnucklig wie alle anderen. Tja :/
Er hatte seine Längen in den Dialogpassagen, aber das ist typisch für Tarantino und deswegen nicht als negativ anzusehen. Ich fand die ganze Kino Sache ja toll (ich will ja auch mal ein Kino haben <3) - aber keine Ahnung. Er ist nicht schlecht, aber ich würde ihn auch nicht auf meine Favoritenliste setzen. Vielleicht muss ich ihn einfach nochmal gucken. Mit: Brad Pitt, Eli Roth, Diane Kruger, Daniel Brühl, Christoph Waltz, Til Schweiger Bei Amazon kaufen:

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Stichtag

Mit: Robert Downey Jr., Zach Galifianakes, Michelle Monaghan

Hangover für Roadtripfans. So war mein erster Eindruck vom Poster und vom Trailer.
Im Grunde ist das auch wirklich nichts anderes.
Zur Story: Der Robert Downey Jr., hier Peter, hat eine Frau, die hochschwanger ist. Der Kaiserschnitttermin ist am Freitag und er muss nach LA fliegen. Am Flughafen geht sein Unglück schon los, denn da trifft er auf Ethan (Zach Galifianakes) und die beiden vertauschen erstmal ihre Papiertüten.
In Ethans Papiertüte, die jetzt Peter hat, war Gras, weswegen Peter schonmal die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Im Flugzeug wird er dann mit einer Platzpatrone (oder sowas) angeschossen, weil er sein Blackberry in der Hand hatte. Peter und Ethan dürfen nun beide nicht mehr fliegen und Peters Gepäck ist schon irgendwo im nirgendwo. Er muss aber nach LA zurück. Bei der Autovermietung trifft er wieder auf Ethan, der ihn dann mitnimmt.
Die ganze Zeit ist Peter nicht gerade begeistert von der Idee, der hasst Ethan. Einmal wollte er ihn auch aussetzen.
Die beiden erleben sehr kuriose Dinge (ich frag mich immer, ob das so alltäglich ist in Amerika) aber egal was, sie überleben es und machen weiter. Einmal fahren sie mit dem Auto von einer Brücke und landen auf dem Dach, aber Ethan passiert nichts und Peter hat einen gebrochenen Arm. WTF?
Dann sind sie irgendwie stoned und fahren AUSVERSEHEN über die Mexikanische Grenze, brechen dann mit einem Wohnwagen und einem Polizeiauto aus und fahren davon…
Bei Peters bestem Freund, der irgendwie in die Frau von Peter verknallt ist (aber schwul rüberkommt), trinken die drei erstmal die Asche von Ethans Vater, der in einer Kaffeedose mitgereist ist.
Irgendwie schaffen sie es doch zum Grand Canyon, wo sich Ethan von Daddy verabschieden soll. (“Dad, du warst wie ein Vater für mich”)
Da kommt raus, dass Ethan die ganze Zeit die Geldbörse von Peter hatte und Peter möchte ihn umbringen.
Peters Frau ruft an, die Fruchtblase sei geplatzt also machen sich die beiden auf den Weg. Dabei wird Peter noch von Ethan angeschossen – Ausversehen – aber sie fahren weiter bis LA wo sie dann rechtzeitig ins Krankenhaus kommen.
Am Ende spielt der Ethan noch bei Two and a Half Men mit.

Jaa, es gibt echt witzige Stellen, wo man wirklich lachen muss (kein Fäkalhumor! Yay) aber alles ist so total überdreht und einfach unangebracht. Ich meine, man kann einem Mann doch nicht ALLES wegnehmen und ihn dann auf sich allein gestellt lassen – ohne Geld ohne Kleidung ohne NICHTS (außer einem Stoffaffen). Und dann die Sache mit dem Totalschadenunfall und der Mexikanischen Grenze. Das geht doch alles nicht so.
Die Story des Films ist eh nicht neu und man wollte eben einen Grund haben, dass die beiden auf einen Roadtrip gehen. Die Tiefe des Plots ist da circa Pfützentief nach 5 Minuten leichtem Regen. Die Charaktere sind auch nicht wirklich ausgereift, da Peter irgendwie alle 5 Minuten seine Meinung bezüglich Ethan ändert. Erst hasst er ihn, dann mag er ihn, dann liebt er ihn, dann hasst er ihn wieder, dann mag er ihn wieder und am Ende ist er genervt von ihm. Da kommt man doch nicht mehr mit. Und Ethan? Der ist wie ein schwules Baby mit Schmollmund und Daddy-Issues.
Aber ich mag mal nicht so rummeckern, denn ich hab gelacht und mich eigentlich wirklich gut amüsiert. Die Musikauswahl war richtig gut (ich brauch dringend den Soundtrack!) und einige sehr tolle Landschaftsaufnahmen waren dabei. Die Cinematopgraphy war eigentlich echt hübsch.

Wer also Hangover mochte, der ist mit Stichtag auch recht gut bedient. Leichte Unterhaltung mit gutem Lachfaktor :D

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