Kurzreviews: Vincent will meer, (500) Days of Summer, Manic, Brick

Dank den Filmnächten am Elbufer hatte ich nun auch endlich die Möglichkeit vincent will meer zu sehen. In den deutschen Kinos lief er ja irgendwie nicht allzulange. Ich gebe zu, ich habe ihn wegen Florian David Fitz geguckt, und weil eine sehr gute Freundin von mir ihn auch sehr mag, habe ich die Tickets zum Geburtstag geschenkt. Am 11. August war es nun soweit und wir konnten das erste Mal bei den Filmnächten dabei sein. (Eigentlich eine Schande, wenn man schon 3 Jahre in Dresden wohnt…)
An sich mag ich ja keine deutschen Filme, ich schaue nur sehr selten freiwillig einen. Bei diesem wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte ist relativ neu und gut umgesetzt. Wirklich spannend ist da nichts, alles recht voraussehbar, aber schön anzusehen und mit viel Witz.
Es geht um den unter Tourette Syndrom leidenden Vincent, der von seinem Politikervater in eine Anstalt abgeschoben wird. Dort macht er Bekanntschaft mit der magersüchtigen Marie und dem unter Zwangsneurosen leidenden Alex. Eines Nachts klaut Marie das Auto ihrer Ärztin und das Dreiergespann macht sich auf den Weg nach Italien, ans Meer. Vincent möchte da unbedingt hin, weil seine Mutter, die kürzlich verstorben ist, dort glücklich war.
Natürlich folgen ihnen die Ärztin und Vincents Vater um sie zurückzuholen. Der ganze Roadtrip ist untermalt mit vielen witzigen Situationen, malerischen Bildern (die Alpen in Österreich <3) und auch einer kleinen Liebesgeschichte. Sehr viel Tiefe sollte man vom Drehbuch nicht erwarten, selbst die Krankheiten der einzelnen Personen werden nur wirklich sehr oberflächlich angekratzt und für Witze missbraucht. Gut, ich fand das jetzt nicht schlimm, ich möchte ja auch keinen depressiven Film über Kranke gucken. Wer da ein bisschen mehr Sinn erwartet, der sollte es lassen. Wer allerdings auf leichte deutsche Komödien steht, dem sei dieser Film sehr ans Herz gelegt.

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(500) Days of Summer

Hier kam ich auch ewig nicht dazu den Film zu gucken. Ich hörte von überall, wie toll er sein sollte, aber wirklich interessiert hatte er mich nicht. Dank Joseph Gordon-Levitt allerdings, kam ich in den Genuß mir den Film auf DVD zu kaufen (siehe Amazonlink) und zu schauen.
Und natürlich ist der Film gut. Ich habe ihn direkt zweimal geguckt (hintereinander, nur mit einer Pause für True Blood und Fringe) – einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch. Wobei mir die englische Fassung weitaus besser gefällt, die deutsche Synchro ist irgendwie ein bisschen komisch.
Worum geht es also? Dies ist keine Liebesgeschichte, es ist einfach ein Film über Tom der Summer kennenlernt und sie für “die Eine” hält. Summer sieht das jedoch ein bisschen anders und bricht ihm regelrecht das Herz. Für das Kennenlernen, Liebenlernen und Streiten brauchen die beiden 500 Tage – und man fiebert die ganze Zeit mit.
Das ganze ist wirklich niedlich aufgebaut, man geht nicht chronologisch vor, man springt von guten zu schlechten Zeiten und wieder zurück. Die Zwischenblenden, die die Tage anzeigen, sind herzig animiert.
Genauso herzig sind alle Charaktere besetzt. Joseph Gordon-Levitt spielt den verliebten und den depressiven Tom wirklich gut, Zooey Deschanel spielt die Summer herrlich – muss man erstmal schaffen so wenig Emotion zu zeigen. Auch die Nebencharaktere sind gut besetzt und passen einfach in die Stimmung des Films hinein. Die Musik ist ein toller Zusatz. Allein die Tanzszene ist so lächerlich, dass sie schon wieder super passt.
Also alles in allem ein wirklich süßer Film über Liebe mit viel Humor. Was wunderbares für Zwischendurch.

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Manic

Manic ist auch ein Film den ich durch Joseph Gordon-Levitt gefunden habe.
Hier geht es um manisch depressive Kids in einer Anstalt, die mit ihren verschiedenen Problemen umgehen müssen. Im Mittelpunkt steht Lyle, der zur Gewalttätigkeit neigt und seine Probleme mit Schlägereien kompensiert. Er kommt in die Anstalt weil er auf einem Baseballfeld einen anderen Jungen fast zu Tode geprügelt hätte. In der Anstalt findet sich zum Beispiel auch Kenny, der sich umbringen wollte, weil sein Vater ihn vergewaltigte. Der Psychiater der Gruppe versucht auf die einzelnen Probleme einzugehen und den Kids zu helfen.
Wirklich viel passiert hier wiederum auch nicht, es wird auch nichts erzählt, man bekommt alles sozusagen durch eine subjektive Sichtweise mit. Diese Subjektivität wird durch eine Handkamera dargestellt. Der Zuschauer wird als solcher nicht bemerkt, aber das Sichtfeld sieht aus, als wäre man live dabei. Aber vorsicht: Motion Sickness ist garantiert für Leute, die das nicht haben können. Ich habe eigentlich damit kaum Probleme (man bekommt Motion Sickness zum Beispiel auch bei 3D Filmen, wenn man daran nicht gewöhnt ist) aber hier wurde mir in der ersten halben Stunde echt schlecht. Gegen Ende wurde es allerdings besser und ich gewöhnte mich daran.
Ich finde, man muss einiges selbst in den Film reininterpretieren und sich da heraussuchen, denn viele Vorgaben gibt er nicht. Das macht den Film nicht unbedingt schlecht. Ich denke, das ist für alle beteiligten Schauspieler eine große Herausforderung gewesen, solche Leistungen abzugeben – und diese wurde von allen gemeistert.
Manic ist also nichts für jeden, man muss ihn schon sehen wollen und Interesse daran haben. Keine leichte Kost!

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Brick

Brick ist ein weiterer Titel aus meiner momentanen Joseph Gordon-Levitt Phase und den Stapeln an Filmen die ich zur Zeit durchgucke :D
Schlecht sind solche Phasen ja nicht, stolpert man doch durchaus über einige kleine Schätze, die die Filmwelt uns so hinterlässt und auf die man ohne solche Schauspielerphasen nur sehr selten kommt.
Brick erlangte in Deutschland vor allem durch das Fantasy Filmfest große Aufmerksamkeit, erhielt der Film von Rian Johnson (“Brothers Bloom”) dort doch Platz 1. Zurecht zurecht, meiner Meinung, denn dieser Film noir ähnliche Detektivfilm ist sehr ansehnlich.

Worum geht es also? Um Brendan, einem Teenager, der seine Exfreundin schon ein paar Wochen nicht gesehen hat. Als sie ihn anruft und wirres Zeug redet, beginnt er Nachforschung anzustellen um sie zu finden. Er gerät in ein Netz aus Drogendealern und Morden und versucht alles so gut wie möglich aufzuklären und die Wahrheit über Emily (seine Ex) herauszufinden.

Eh man diese ganze Geschichte durchschaut hat, ist der Film auch schon vorbei. Aber das ist ja das wahnsinnige. Er läuft recht schnell an und man steckt mitten im Geschehen, kommt man doch anfangs überhaupt nicht zurecht. Wer sind die Personen? Von wem wird geredet? Was labert der da eigentlich? Doch es bleibt spannend, will man doch als aufmerksamer Gucker unbedingt wissen was nun als nächstes passiert und wer der Mörder war. Und vor allem: wieso!
Mir kamen die Charaktere zuerst etwas persönlichkeitslos vor, doch das ist hier Stilmittel. Es mag schon ein wenig Komik dahinter stecken wenn Brendan mehrmals niedergeschlagen wird und einfach wieder aufsteht und weiterredet. Doch wird keine Logik verschluckt (das merkt man allerdings nur, wenn man wirklich aufpasst, Brendan ist kein Superheld und es hat schon arge Folgen, dass er ständig geschlagen wird…) und auch die Emotionen erschleichen sich einen Weg zum Zuschauer.
Die Szenerie ist herrlich dargestellt, die Farbigkeit passt, die Effkte sind teilweise Comicartig, was zum einen oder anderen Lacher führt. Die Dialoge sind Detektivartig, grandios und man muss wirklich zuhören um alles zu verstehen.
Nach einmaligem Gucken reicht das Verständnis wohl noch nicht so ganz aus. Aber macht das einen guten Film nicht gerade gut? Dass man ihn einfach noch mal gucken MUSS? Man hat das Gefühl “Moment, ich habs zwar verstanden, aber irgendwie fühle ich mich mit dem Wissen unvollständig. Mach ihn nochmal an!” Und ich denke einfach, wenn ein Film das packt bei mir, dann ist er gut.
Man fragt sich zwar beim Schauen, wieso diese Teenager schon so erwachsen erscheinen und wieso eigentlich keinerlei Erwachsene auftauchen (bis auf die Mutter vom Pin – und ernsthaft? Die reicht nur Kekse und Saft und bewirtet die Drogenmafia xD) aber eigentlich macht das keinen Unterschied. Gerade das ist das kuriose, denke ich. Das gleiche stellt sich ein, wenn der Direktor der Schule Brendan um Mithilfe zur Bändigung der Drogenverkäufe bittet, solle er doch Informationen erschleichen und an den Direktor weitergeben. Wo gibts denn bitte sowas? Anscheinend nur hier.

Alles in allem finde ich den Film ziemlich gut und unterhaltend. Mit einer Prise “Mitdenken bitte!”. Wer Film noir mag, wird hier sicherlich seinen Spaß haben. (Und mit Spaß meine ich, einfach einen guten Film gucken)