Review: Inception

Über Inception wurde ja schon viel geredet. Es gab im Vorfeld so viele Dinge, keiner Verstand den Plot, niemand wusste, worum es eigentlich ging. Alle wussten nur: es muss etwas großartiges sein.
Durch dieses Aufbauschen an Informationen, Postern und letzendlich auch den ganzen mega guten Kritiken hatte ich sehr sehr sehr hohe Erwartungen an den Film. Deswegen habe ich auch keine Kosten gescheut um direkt in die Vorpremiere am Mittwochabend zu gehen.
Und Leute: meine Erwartungen wurden in keinster Weise enttäuscht.

Die Story kann man eigentlich kaum erzählen ohne zu Spoilern. Man kann nur sagen, es geht eben um Dom Cobbs der in die Träume anderer eindringt und dort gewisse Informationen herauspickt. Nun kommt aber jemand, Saito, daher und möchte, dass Cobbs eine gewisse Information EINPFLANZT – also nicht Extraction, sondern Inception.
Das ist nicht so einfach wie es klingt, denn ein Gedanke ist etwas sehr sehr komplexes. “Ein Gedanke ist wie ein Virus”

Viel mehr möchte ich über den Plot gar nicht sagen, denn dann müsste ich alles erzählen. Und meine Empfehlung ist wirklich: Im Kino angucken – auf großer Leinwand. Damit das Zusammenspiel von Bild und Ton euch auch weghaut, so wie mich.

Wie schon erwähnt wurde ich in keinster Weise enttäuscht. Die Kritiken waren ja fast alle herausragend gut und ich kann dem nur zustimmen. Der Film hat meiner Meinung keine einzige Schwäche. Durchgehend hervorragend gut, ohne langweilige Stellen, keine Plotholes, man ist immer auf Trab.

Nolan hat einen der besten Filme der letzten Jahre produziert. Einen Film, der kein Franchise ist, der kein Mehrteiler ist, der keine Buchverfilmung ist, kein Familienfilm, keine Komödie. Er hat echtes Kino gemacht. Echtes Kino wie es schon lange nicht mehr so da war (nehmen wir The Dark Knight mal da raus, der ist auch super, aber eben eine Comicverfilmung).
Ich danke Nolan so sehr dafür, für einen neuen Lieblingsfilm, einen Originalfilm.

Das Thema des Films hat es mir ja besonders angetan, weil es genau das ist, was ich seit Jahren in der Filmindustrie vermisse. Wirkliche Träume.
Wie ich in meinem Nightmare on Elmstreet Review schon erwähnte, hatte ich mich auf Traumszenen gefreut und diese dort nicht bekommen. Hier bekam ich alles was ich mir wünschte. Noch dazu bekam ich Action, Humor und Kämpfe in der Schwerelosigkeit! Und: Slowmotion. Und zwar nicht a la Matrix-wie-verbiegen-uns-um-den-Kugeln-zu-entkommen (“Bullettime”) sondern einfach nur die Verlangsamung der Zeit. Durchaus legitim, was den Plot angeht. (Man fragt sich: wie lange braucht so ein Van eigentlich um von der Brücke zu stürzen?)

Die Traumlandschaften waren richtig richtig gut. Was mich auch direkt zur Machart führt. Zweimal habe ich mich gefragt: Wie zum Teufel filmen die denn das?! (Kampf in der Schwerelosigkeit und das Ding mit den Spiegeln) Die Bilder waren fantastisch, keine Szene wirkte zu lang, nichts wirkte zu computerized – alles wirkte “echt”, wenn man das bei Träumen so sagen kann. Wirklich wundervoll war auch die Szene in der Ariadnes (Ellen Page) Traum einbricht, als sie mit Dom Cobb in dem Café sitzt. Wie alles explodiert und durch die Gegend fliegt und das in Zeitlupe. Wundervoll <3 Die Bilder im Zusammenspiel mit Hans Zimmers wundervoller Musik haben mir regelrechte Gänsehaut im Kino gegeben. Man sieht die Bilder riesig groß und unter einem wackelt der Boden durch das laute *BRAAHM* aus dem Soundtrack. Und wenn ich mir jetzt "Dream is Collapsing" anhöre, überkommt mich auch noch diese Gänsehaut. Typisch Zimmer. Typisch Zimmer auch, dass er sich bei anderen bedient und daraus einen einzigartigen (Zimmer-)Soundtrack bastelt. Hier doch durchaus angebracht, da er sich bei Edith Piafs "Non, je ne regrette rien" bedient, das ganze verlangsamt und daraus den Score fetigt. Denn der Piaf Song ist wichtiger Bestandteil des Films. Hier dazu ein Video:

Ich finde das gar nicht so schlimm, denn es passt ja in den Film und auch zum Plot. Das Lied wird ja als Musikalischer Countdown benutzt und erscheint im Traum etwas langsamer. Außerdem verschiebt sich die Wahrnehmung der Zeit ja ein bisschen, ergo: langsameres Lied. Hach – diese Kleinigkeiten die so zusammenpassen <3 Zu den Charakteren: alle samt wunderbar ausgespielt und sehr passend besetzt. Leonardo DiCaprio macht seine Sache zur Zeit mehr als gut, auch wenn sich die Geschichte seines Chars ein bisschen mit der aus Shutter Island gleicht. Joseph Gordon Levitt, Ellen Page, Ken Watanabe und Tom Hardy - alle super. Ellen Page hat natürlich nicht ganz so viel zu tun, außer ein bisschen die nervige Neugier rauszulassen. Das muss wohl so sein um das Geheimnis von Cobb herauszufinden. Was soll ich noch sagen? Der Film ist zu einem meiner persönlichen EVERYTIME Favoriten geworden. Ich werde ihn definitiv noch einmal im Kino ansehen. Die DVD erscheint erst am 31. Dezember T___T So lange warten! Gekauft wird die aber definitiv. Übrigens ein dickes Lob an all die Leute die mir mit im Rundkino gestern saßen: ich bin stolz auf euch, dass keiner den Film gestört hat. Und das lag wohl am Film selbst. Das Ende ist ja recht... fies. Und ALLE im Kino haben gleich reagiert! Sowas hab ich wirklich noch nie erlebt, dass ein Film wirklich alle so hineingesogen hat. Und es saßen wirklich sehr viele bis zum Ende der Credits noch im Saal. Auch eine Seltenheit. Ergo: Danke <3 Und noch zwei Funfact Memes: Haters gonna BRAAAHM und Haters gonna rotate :D Nun noch für alle, die den Film in seiner Komplexität nicht richtig durchrungen haben, Infografik!

Für alle, die den Soundtrack auch so klasse fanden wie ich, hier der Link zu Amazon:

Und für alle die es genauso kaum erwarten können, den Film zu besitzen, Link zur DVD:

INCEPTION!