Shutter Island – Review

Leonardo DiCaprio und Mark Ruffalo sind zwei Marshalls die auf die Insel Shutter Island geschickt werden, um dort eine entflohene Patientin zu finden.
Shutter Island ist keine gewöhnliche Irrenanstalt, es ist eine Irrenanstalt für gemeingefährliche Verbrecher. Deshalb gleicht die Insel einem Hochsicherheitstrakt, mit hohen Mauern, unendlich vielen Wachen und Elektrozaun.
Als die beiden das Verschwinden der Patientin aufklären wollen, stoßen sie auf verwirrende Ungereimtheiten. Wie soll sie aus einem von außen verschlossenem Raum entkommen sein und dazu noch barfuß? Und was sagt er mysteriöse Zettel aus, der in ihrer Zelle gefunden wurde?
Immer mehr Fragen tauchen auf und die beiden Hauptpersonen tauchen immer mehr in die Geheimnisse ein.
Erschwerend hinzukommt noch der Hurrikan der über die Insel zieht und alles verwüstet.


Weiter zur Story möchte ich gar nichts sagen, da ich sonst gewisse Dinge verraten würde. Und bei solchen Filmen ist es einfach besser, man schaut sie selbst und findet selbst wieder heraus, das macht am meisten Spaß.
Auch wenn mich das Ende nicht so überrascht hat, wie ich es von anderen gehört habe. Ich hab mir sowas schon gedacht. Dachte dann jedoch, es gäbe nochmal einen Twist. Allerdings macht mich das Ende insofern unzufrieden, dass ich mir wohl das Buch besorgen werde :D

Martin Scorsese hat, meiner Meinung nach, wieder ganze Arbeit geleistet. Die Rückblenden, Traumsequenzen und Erinnerungen wurden einfach wundervoll in den Film eingearbeitet. Die Szene in der DiCaprio wieder in seiner Wohnung steht und seine Frau (Michelle Williams) in seinen Armen zu Asche zerfällt ist kompositionstechnisch einfach wundervoll. Die Bildausschnitte und die Wahl der Sets sind einfach genial. Man merkt genau, wann es ein Traum ist, denn das Surreale kommt wirklich wundervoll zur Geltung.
Sogar als die sehr verstörende Szene mit dem Kindern und dem See läuft, wird man noch in den Sog der Emotionen gezogen, obwohl einem der Fakt schon viel eher bekannt war. Doch durch DiCaprios Schauspielleistung fühlt man den Schmerz richtig mit.

Wie schon erwähnt zeigt DiCaprio eine wirklich gute Leistung. Er kann es definitiv. Ben Kingsley ist sowieso gut, das kann man nicht leugnen. Wer mich enttäuscht hat, war Mark Ruffalo. Ich kenne ihn aus “Mein Leben ohne mich” und sonst habe ich ihn glaube ich, nur unbewusst wahrgenommen. Aber hier spielt er alles so emotionslos, trostlos… ich meine ja, am Ende weiß man warum, aber er kommt allgemein wie der kleine dumme Depp vom Dienst daher, der nur daneben steht und “Ja Boss” sagt.
Michelle Williams war dagegen okay. Ich musste dabei immer an ihren schmerzlichen Verlust wegen Heath Ledger denken und dass sie trotz alledem solche Filme machen kann.

Alles in allem fand ich den Film sehr ansprechend. Er ist spannend ohne Ende, man hält regelrecht den Atem an und erschreckt sich in der nächsten Sekunde aufs derbste. Man rätselt mit und ist doch am Ende total überrascht von der ganzen Auflösung – ja, auch wenn man sich sowas schon gedacht hat.
Leider funktioniert solch ein Film nur beim ersten Mal wirklich gut. Beim zweiten Mal sucht man dann schon nach Anzeichen, die das Ende erklären können (und im Nachhinein fiel mir auch eines auf, und zwar die Szene, in der die beiden Marshalls ihre Waffen abgeben müssen und Ruffalo sichtliche Probleme damit hat, den Halfter vom Gürtel abzubekommen…). Ich denke jedoch bei einem dritten Mal dürfte die Spannung weg sein. Schade.
Trotzdem werde ich mir demnächst das Buch zu Gemüte führen und nach Details suchen. Und hoffen, dass die Traum und Erinnerungsszenen gut geschrieben sind.