Arsen und Spitzenhäubchen – Review

Ich habe im “Kultfilme” Buch von der Heyne Filmbibliothek von diesem Film erfahren.
Ich war schon interessiert, als ich nur den Namen las, es klang etwas verrücktes darin mit und doch sprach das Arsen für Thrillerartige Dinge.
Für mich war klar, ich MUSSTE diesen Film zu Gesicht bekommen.
Und ich sage euch, es war gewiss keine Verschwendung!

Aber wie kommt denn das Arsen in den Wein?
– Cary Grant

Brooklyn. New York: Nachdem er heimlich seine alte Jugendliebe Elaine geheiratet hat, sieht der Theaterkritiker (und Verfasser des Buches “Die Ehe: ein Betrug und eine Falle”) Mortimer Brewster noch mal rasch bei seinen alten Tanten Abby und Martha vorbei, deren Haus direkt an einem Friedhof liegt. Zu seinem Entsetzen entdeckt er in einer Fenstertruhe die Leiche eines gewissen Mr. Hoskins. Natürlich fällt Mortinmers Verdacht sofort (und ungerechterweise) auf seinen leicht irren Vetter Teddy, der sich für Präsident Roosevelt hält, hin und wieder mit einer Trompete zur Attacke bläst und gelegentlich auch im heimischen Keller verschwindet, um dort “Schleusen für den Panamakanal” auszuheben. Zu Mortimers noch größerem Entsetzen überraschen ihn seine Tanten mit der Nachricht, Teddy sei mitnichten am Tode von Mr. Hoskins schuld: Sie selbst hätten ihn mit arsenversetztem Holunderbeerwein aus unserer Welt in die nächste befördert – wie übrigens auch zwölf andere alte Herren, die Teddy nächtens als vermeintliche Opfer des “gelben Fiebers” im Keller verscharrt hat.
Mortimer wird allmählich klar, dass seine Tanten noch meschuggener sind als sein Vetter, und fortan bemüht er sich, alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass Teddy in einer Nervenklinik namens “Seelenfrieden” unterkommt. Um zu verhindern, dass Elaine und diverse den alten Tanten zugeneigte Streifenpolizisten von den Leichen im Keller erfahren, setzt er alle Hebel in Bewegung, um Teddy abholen zu lassen. Vereitelt werden seine Maßnahmen jedoch durch die Ankunuft seines zweiten Vetters Jonathan, der an sich wegen zahlreicher abscheulicher Morde eingekastelt sein müsste, eine Gesichtsoperation hinter sich hat und nun verzweifelt ein Nachtquartier sucht. In seiner Begleitung befinden sich der versoffene und ängstliche Chiurgen-Scharlatan Dr. Einstein und ein gewisser Mr. Spinalzo, der jedoch – aufgrund der Kraft von Jonathans Würgerhänden – inzwischen das Zeitliche gesegnet hat…

Ich könnte euch den kompletten Text abtippen – denn er ist wundervoll und witzig!
Jedoch denke ich, ist es am besten, ihr seht euch den Film selbst an. Ich habe mehrmals lauthals gelacht, weil die Dinge die dort passieren so unglaublich trivial und surreal sind.
Allein die Blicke von Cary Grant, wenn ihm klar wird, was da grad geschieht sind genial. Und auch, wie er erst im Dunkeln tappt und es langsam bei ihm rattert, man sieht den Qualm beim denken richtig.
Sein vetter Jonathan wird öfters als Frankenstein betitelt – was einige Lacher mit sich bringt.
Dann wäre da noch der Polizist, der seine Pflicht vernachlässigt um Mortimer von seinem Theaterstück zu erzählen. Und genau diese Handlung des Theaterstückes bewahrheitet sich kurz darauf.
Weitere kleine Highlights sind der Taxifahrer, der ein Taxi ruft, obwohl er und sein Auto direkt vor der Tür stehen. Oder das Schlusswort von Mortimer selbst: “Ich bin eine Teekanne!”

Herrlich! Einfach herrlich!
Es ist zwar noch ein schöner schwarz/weiß Schinken aber sehenswert alle Male!
Außerdem ist es wunderbares Beispiel dafür, dass man nicht viele aufregende Sets braucht, es geht auch genügsamer und kleiner. Wie eine Bühne. Und genau das finde ich wunderbar. Der beengte Raum in dem sich die Handlung konzentriert und trotzdem so facettenreich ist.