Ghostwriter – Review

Frisch aus dem Kino – schon berichte ich euch, wie es war :D

Die Story:
Der britische Ghostwriter (Ewan McGregor) soll die Memoiren des früheren Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan) fertig stellen – die Chance seines Lebens, meint sein Agent.
Doch von Anfang an steht das Projekt unter einem unguten Stern, nicht zuletzt weil der erste Autor, Langs langjähriger Berater, gerade bei einem tragischen Unfall starb.
Der neue Ghostwriter wirft seine Bedenken über Bord und reist auf die Atlantikinsel Martha’s Vineyard, wohin sich der Ex-Premierminister mit seiner Frau Ruth (Olivia Williams) und einem kleinen Stab um seine attraktive Assistentin Amelia Bly (Kim Cattrall) zurückgezogen hat.
Doch die Ruhe der Insel ist trügerisch: Langs Ferienhaus gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Welches Geheimnis birgt das Buchmanuskript, das im Safe liegt und nicht das Haus verlassen darf? Schon ruft Langs Vergangenheit die Presse und aufgebrachte Demonstranten auf den Plan, die das Anwesen belagern. Inmitten des Tumults macht der Ghostwriter eine Entdeckung, die den smarten Ex-Premier in ein ganz neues Licht rückt. Er stößt auf eine globale Verschwörung und befindet sich plötzlich in höchster Lebensgefahr.

[Text geklaut von einer Broschüre aus dem Kino]

Meinung:
Also, bevor ich ins Detail gehe, muss ich sagen: GENIAL. Polanski kann es einfach. Ich glaube, hätte ich nicht schwatzende Ausländer und “Langweilig!” schreiende Gören im Kino gehabt, wäre ich so tief versunken im Film, dass ich die Regentropfen hätte spüren können.
Diese Spannung die da aufgebaut wird, ist einfach herrlich. Die Bilder sind herrlich. Wie Polanski das Bild aufbaut – unglaublich. Allein die Szenen, in denen Ewan mit dem Fahrrad über die Insel fährt, im Regen. Dieser Szenenaufbau! Oder auch die verstecken Mini-Witze – wie z.B. den armen “Hausmeister”, der bei Sturm die Terrasse fegen soll… oder auch Ewan, der mit dem Fahrrad fast umfällt, weil der Kies zu hoch ist ;D
Ein weiteres Beispiel, der meiner Meinung nach herrlichen Leistung Polanskis: die Szene in der der Ghostwriter und Ruth sich unterhalten. Beide in einem Shot – Frontal. Jedoch wird immer derjenige scharf gestellt, der gerade redet. Ich fand das unheimlich faszinierend!
Dann die Musik, von Alexandre Desplat. Aber das Theme hat mich ehrlich gesagt so verdammt doll an das Gollum-Theme von Herr der Ringe erinnert. Und zwar das, wo es im zweiten Teil ein Gesangsstück dazu gibt. Davon das Intro, gleicht sich sehr dem Ghostwriter Theme. Aber ich fands sehr passend. Die Musik war nicht aufdringlich sondern hat die Szenen nur leicht unterstützt – und zwar sehr passend.
Die Szenerie an sich ist ja eher unspektakulär. Die Insel, der Strand, die Fähre, das Haus im Nirgendwo, Autos. Und ganz kurz mal London.
Und trotzdem – gerade diese “Enge”, dieses eingeschlossene Gefühl, baut die Spannung erst recht auf. In diesem kleinen “Raum” liegt ein Geheimnis und der Ghostwriter wird mitten rein geworfen. Ohne dass er es eigentlich möchte. Wie sich das Rätsel aufbaut und man erst auf eine vollkommen falsche Fährte gelockt wird, ist genial. Man fiebert richtig mit und möchte endlich wissen, wer warum, weshalb wieso. Doch das erschließt sich erst wirklich ganz am Ende.
Gut fand ich übrigens auch den Einstieg. Kein ellenlanges Vorgeplänkel, keine Namen, keine Titel. Es geht los mit einem verschwommenem Bild der Fähre.
Pierce Brosnan war… kaum da. Ich kann seine Leistung leider nicht sehr gut vergleichen, da er eigentlich kein Schauspieler ist, den ich mir gern ansehe. Man konnte seinen Charakter kaum einschätzen, fand ich.
Es schwankte zwischen Ernsthaftigkeit und Belustigung hin und her. Man wusste auch nicht – ist er nun unschuldig? Oder hat er wirklich all das getan, was die Demonstranten da sagen? Wer ist nun der Gute und wer der Böse? Ich bin immernoch verwirrt wegen dieser Frage.
Ewan dagegen hat sehr super gespielt. Er war so unheimlich menschlich. Vor allem, als er das Manuskript das erste mal gelesen hatte und danach eine ganz komische schreiende Fratze zieht, fand ich sehr sympathisch. Außerdem seine kleinen Flüche, die er ab und an los ließ. Und natürlich war er auch wieder nackt. Ich hab von Ewan ja mal gelesen, dass er in jedem seiner Filme mindestens einmal nackt zu sehen ist bzw. sein will.

Alles in allem ein wirklich sehr spannender und gelungener Film.
Es macht Lust auf mehr. Ich werde mir definitiv das Buch kaufen und verschlingen – und hoffen, dass es genauso spannend ist. (auch wenn ich nun schon weiß, wie es ausgeht).
Und es macht den Schriftstellerberuf allgemein sehr interessant. Zwar auch ermüdend und schwer – aber irgendwie hat sich da in mir Interesse bewegt ;D

Ach ja und weil es mir auf der Seele liegt, aber ich wirklich nichts verraten will: Es ist und bleibt spannend bis zum Ende und dann geht man mit einem “wtf?”-Blick aus dem Kino ;D

Sehenswert!