Elser – Er hätte die Welt verändert

Pünktlich zum 70. Todestag startet in Deutschland der Film über Georg Elser. Einen Tag vorher, am 8. April 2015 war ich bei der Dresdner Filmpremiere dabei. Anwesend war auch der Hauptdarsteller, Christian Friedel.

Wer ist Georg Elser? Werden sich sicherlich viele jetzt fragen. Und genau da liegt das Problem. Kaum jemand kennt diesen Widerstandskämpfer, der früh gesehen hat, welche Bedrohung Deutschland 1933 erwartete. Elser ist eine wichtige Figur der Geschichte, die nur leider in den Schulbüchern keine Erwähnung findet. Nicht einmal dem Hauptdarsteller selbst war er bekannt. Und das, obwohl es zum Thema Elser bereits 1989 einen Film gab. Deswegen: Schaut euch den Film an! Verbreitet ihn, zeigt ihn euren Kindern und Eltern.

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Worum geht es nun? Der Film richtet sich, wie der Name schon sagt, besonders auf Georg Elser und seine Tat. Er baute eine Bombe und wollte Hitler und seinen Führungsstab bei einer Rede am 8. November 1939 ermorden. Noch bevor die Bombe hochgeht wird er festgenommen und verhört. Leider fehlten ihm ganze 13 Minuten. Hitler verließ den Münchner Bürgerbräukeller eher und so tötete Elsers Bombe 8 Unschuldige. Elser wird also festgenommen und zuerst weigert sich zu reden. Er wird gefoltert. Irgendwann redet er, aber niemand glaubt ihm, dass er die Tat ganz allein vollbrachte. Niemand sonst wusste von dem Attentat.

Der Film bezieht sich auf originale Verhörprotokolle die so auch im Internet zu lesen sind. Doch auch sein Leben vor dem Attentat wird beleuchtet. Durch geschickt eingebaute Rückblenden wird erzählt, wie er überhaupt zu der Entscheidung kam, ein Attentat zu verüben, obwohl er eigentlich Pazifist war.

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Christian Friedel spielt den Elser hervorragend. Bei den Folterszenen nimmt man ihm den Schmerz wirklich ab und auch die Wut, die sich in ihm aufbaut und der Ekel zu den Nationalsozialisten kann man an seinem Gesicht gut ablesen. Auch den Frauenhelden verkörpert er super. Burghart Klaussner und Katharina Schüttler sind ebenfalls wertvolle Ergänzungen. Oliver Hirschbiegel baut den Film dramaturgisch perfekt auf, sodass man nie das Interesse an der Geschichte verliert, obwohl der Hauptakt, das Attentat, schon zu Beginn passiert. Die unterschiedlichen Zeitebenen sind wundervoll durch differenzierte Farbgebungen abgetrennt, so merkt man auch zu Beginn, „dies ist jetzt eine andere Zeitebene, hier war noch alles gut.“

Elser ist ein Geschichtsfilm, der unterhält. Keine öden Fakten, sondern gut verpackte Historie. Ein Film, der hoffentlich mehr Aufmerksamkeit auf den Widerstandskämpfer Elser wirft.

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Titel / OV Titel: Elser / 13 Minutes
Schauspieler: Christian Friedel, Katharina Schüttler, Burghart Klaussner, Johann von Bülow
Regisseur/Produzent: Oliver Hirschbiegel
Erscheinungsdatum: 9. April 2015 (Kino)

Reviewer: Anne
Reviewmedium: Kinopremiere
Rating: 4,5 von 5

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