Interstellar – letzte Ausflucht für die Menschheit?

Der neue Film von Christopher Nolan hat schon ein Jahr vorher mit einem Teaser neugierig gemacht. Allerdings überzeugte zumindest mich der Teaser absolut nicht. Ich wusste nur: es geht irgendwie ums Weltall und Matthew Mchusthust spielt mit.

Trotzdem. Ein Nolan Film muss gesehen werden. Irgendwann. Und als Interstellar dann raus kam und ich einige Meinungen erfuhr (sehr unterschiedlich, mal „absolut genial 10/10!“, mal „echt doof und unrealistisch“), musste ich endlich mal ins Kino hüpfen.

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Achtung! Es wird nicht Spoiler frei gehen

Wirklich: wenn ihr den Film sehen wollt, OHNE irgendetwas zu wissen, dann lest nicht weiter bevor ihr den Film gesehen habt!

Worum geht es also?
Im Mittelpunkt steht Cooper (Matthew Mchusthust) mit seinen zwei Kindern und seinem Schwiegervater. Die Frau ist schon gestorben. Sie leben auf einer Farm und müssen irgendwie um die Runden kommen, denn das ganze spielt in einer Zukunft, die nicht näher definiert wird. Der Erde gehen die Lebensmittel aus. Militär gibt es schon lange nicht mehr, alles was sinnlos Geld kostet wurde abgeschafft um möglichst viel Geld für Essen zu haben. Das dumme: die Pflanzen gehen langsam aus, sie sterben an ungewöhnlichen Krankheiten, die Ernten bleiben mau. Nach und nach sterben die Grundpflanzen aus. Dadurch kommt weniger Sauerstoff in die Athmosphäre, mehr Pflanzen sterben, und irgendwann ersticken natürlich auch die Menschen. Große Sandstürme fegen über den Planeten. Was also tun?

Durch sehr seltsame Vorkomnisse findet Cooper mit seiner Tochter Murph zusammen eine Koordinate, im Zimmer seiner Tochter. Wie? Durch Gravitation. Warum? Kommt später. Diese Koordinaten führen die beiden zu einer geheimen Station der NASA, die sich noch im Untergrund gerettet hat. Die Menschen dürfen nicht wissen was abgeht, weil das ja Geldverschwendung ist. Allerdings versuchen die NASA Leute einen Weg zu finden, die Menschheit zu retten. Schon vor einigen Jahren haben sie ein paar Leute ins All geschickt, denn neben dem Saturn tauchte plötzlich ein Wurmloch auf. Durch das Wurmloch geflogen haben sie einige Planeten entdeckt, die erdähnlich sein könnten. Also hat jeder der Freiwilligen einen Planeten genommen und ihn untersucht. Nun soll eine weitere Mission zu den Planeten fliegen, von denen noch ein Signal kommt, um zu untersuchen, ob man die restliche Menschheit dahin verfrachten kann. Das ist Plan A. Plan B ist schlicht und einfach durch Biologie und ein bisschen Technik die Menschen auf dem neuen Planeten einfach neu zu basteln.

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Cooper fährt natürlich mit, denn er kennt den Michael Caine Opa. Dessen Tochter fährt auch mit, die ist nämlich Anne Hathaway und hat später noch einen anderen Grund wieso sie da hochfliegt. Coopers Familie ist nicht so begeistert, vor allem Murph hasst ihn, als er sie verlässt und gar nicht weiß, wann er wiederkommt.

Schwupps sind wir im All. Die paar Leutchen (unter anderem auch Seneca Crane aus Hunger Games) gehen schlafen, bis sie in zwei Jahren beim Saturn sind. Dort düsen sie dann ins Wurmloch und sind schwupps auf der anderen Seite des Alls. Da müssen sie entscheiden, wo sie zuerst hinfliegen, denn Treibstoff ist natürlich begrenzt, wie immer. Allerdings gibt es dieses eine, sehr sehr große Problem. Ein riesiges Schwarzes Loch, dass die ganze Zeit durcheinanderbringt. Denn wir alle kennen ja die Relativitätstheorie: je näher man an einem Schwarzen Loch schwebt, desto „langsamer“ vergeht die Zeit. Alle die weiter weg sind, für die geht die Zeit viel schneller. Upsi! Sie entscheiden sich für Planet eins, der ganz nah am schwarzen Loch ist. Problem: 1 Stunde auf dem Planeten ergeben 7 Jahre auf der Station und demnach auch Erde. Da auf dem Planeten aber sehr hoher Wellengang herrscht (super toll animierte Wellen!) und die Anne Hathaway wieder einmal als dumme Frau dargestellt wird, verschwenden sie so viel Zeit, dass der Herr der auf der Station blieb, sie mit „Ich wartete 23 Jahre auf euch“ begrüßt. Ach du je. Das war so der erste Punkt an dem ich Schlucken musste. Cooper schaut dann Logbuchvideos von seinen Kindern und erfährt im Schnelldurchlauf wie sie erwachsen werden. Krass. Seine Tochter meldet sich jedoch nicht. Erst ganz am Ende, als sie so alt ist, wie Cooper selbst als er losgeflogen ist.

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Weiter gehts dann mit einem Streit und einem sehr komischen Gespräch über Liebe und die Bedeutung von Wissenschaft, die sehr sinnlos ist und die Frau in der Geschichte nur unsympathisch macht. Furchtbar. Dumme Anne Hathaway. Cooper lässt aber nicht mit sich reden und sie entscheiden sich für den Planeten von Dr. Mann. Der lebt auch sogar noch, ist aber leider Matt Damon. Und Matt Damon hat ein dunkles Geheimnis. Um nicht zu viel zu verraten: alles war umsonst und am Ende explodieren einige Sachen und Cooper und Anne kommen ganz knapp davon. Allerdings rasen sie aufs schwarze Loch zu. Cooper hat jedoch tolle Ideen und kann Anne retten, er selbst fällt ins Schwarze Loch.

Und jetzt wurde es interessant. Das Innere des Schwarzen Lochs! Es gibt diese Wesen, die den Menschen wohl irgendwie das Wurmloch geschickt haben um sie zu retten, und diese Wesen bauen um Cooper herum einen dreidimensionalen Raum, obwohl diese Wesen selbst 5 Dimensionen haben. Cooper findet heraus, dass Gravitation das einzige ist, das durch die Dimensionen (und demnach auch Zeit) reisen kann. Und so schickt er seiner Tochter Murph Nachrichten.

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Wie es weiter geht kann man sich denken. Murph rettet alle und Cooper ist der Meinung, dass die Menschen selbst, diese Wesen sind, nur aus der Zukunft. Aber sind Zeitreisen möglich? Cooper kommt zurück (durch Schwarzes Loch und irgendwie auch durchs Wurmloch), plöppt neben Saturn auf und wird gerettet. Er sieht seine Tochter Murph noch einmal auf einer riesigen Raumstation, von denen es wohl mehrere gibt, die die Menschheit gerettet hat, allerdings ist Murph 92 oder so. Anne ist auch noch da, allerdings versucht sie die anderen Welten zu erkunden und einen Planeten zu suchen um dort die Menschheit hinzuverfrachten. Die Mission, die Mission.

Natürlich hab ich ganz viel ausgelassen, aber ich hab ziemlich gespoilert. Man kann über so viele Dinge reden. Ich möchte nur sagen: ich fand den Film richtig gut. Er war kurzweilig, hatte keine Längen, hatte eine wunderschöne Optik und auch tolle Musik. Die Story war typisch amerikanisch aber mit tollen wissenschaftlichen Aspekten. Ich steh eh auf dieses Zeit Ding und das All. Und endlich wurde die Relativitätstheorie mal ordentlich erklärt. Mein Highlight waren auch die Roboter/Computer Tars und Case und so. Tolle Sprüche! Leider wurde nicht erklärt was mit der Erde dann passierte, schade.

Über viele Sachen lässt sich sicherlich streiten, klar. Ganz akkurat ist das ganze Nicht. Aber es ist eben ein Film, keine Doku. Nur eine Sache ist uns beim Gespräch aufgefallen und vielleicht wisst ihr ja, was es damit auf sich hat?!

Sie entscheiden sich ja zuerst auf den Wasserplaneten zu gehen, auf dem 1 Stunde gleich 7 Jahre auf der Erde sind. Alle sind sich jedoch bewusst, dass so viel Zeitverschwendung purer Wahnsinn ist. Sie WISSEN wie die Zeit da unten läuft. Trotzdem gehen sie RUNTER und erst als sie die Wrackteile finden, wird ihnen klar, dass die Frau, die da runtergeschickt wurde, erst eine Stunde da gewesen sein kann, oder erst seit 5 Minuten tot ist. Hätten sie das nicht vorher zurückrechnen müssen?! Dann hätten sie gewusst, dass das Signal erst seit 5 Minuten sendet und es wäre zu riskant gewesen. Aber es wird ihnen erst klar, nachdem sie schon 23 Jahre vergeudet hatten. Kann mir das jemand erklären?

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Über diese „Wesen“ möchte ich gar nicht wirklich nachdenken, da kommt dann eh nichts wissenschaftliches bei raus, leider. Das ist schade, denn bis zu dieser Stelle war es wirklich gut! :D Vielleicht steht ja ein bisschen mehr im Drehbuch mit Storyboards

Nichts desto trotz, finde ich den Film grandios!

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Titel / OV Titel: Interstellar
Schauspieler: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain
Regisseur/Produzent: Christopher Nolan
Erscheinungsdatum: 6. November 2014

Reviewer: Anne
Reviewmedium: Kino
Rating: 4,75 von 5

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