Das Ende der Schonzeit – Deutsch, Krieg, trotzdem nicht langweilig

Ein deutscher Film! Das ist selten. Aber es kommt vor. Langsam erfahre ich den deutschen Filmmarkt und dass es tatsächlich auch hierzulande einige Perlen geben kann. Vincent Will Meer, 3, das sind nur einige Beispiele. Ende der Schonzeit ist eines der Guten.

Worum geht es? Zweiter Weltkrieg, ein Bauernhof tief im Schwarzwald. Ein Bauer und seine Frau leben etwas abgeschieden vom Dorf ihr karges Leben. Eines Nachts beim (unerlaubten) Jagen trifft der Herr Bauer auf den Juden Albert. Er nimmt ihn mit und lässt ihn bei sich leben. Albert will eigentlich über die Grenze in die Schweiz, um nicht von den Nazis gefangen genommen zu werden. Frau Bäuerin ist nicht gerade begeistert, aber sie hat ja eh nichts zu sagen. Irgendwann stellt sich heraus, dass Bauer und Bäuerin keinen Erben schaffen können aber dringend einen brauchen. Aber Mensch! Albert ist ja da. Nach einigem Hin und Her will Albert es versuchen. Während der Versuche verliebt sich Frau Bäuerin aber in ihren Kindermacher und erkennt, dass sie ja doch eine Frau ist und auch Erotik erleben kann. Leider wird sie viel zu schnell schwanger und kann es nicht länger verheimlichen. Albert möchte also die Sache nun lassen, denn für ihn war es nur eine nette Geste, er möchte schließlich nicht in Schwierigkeiten. Emma, die Bäuerin, ist sauer. Und tut etwas schreckliches.

Mehr möchte ich gar nicht sagen. Ich fand den Film ganz ok und eigentlich spannend erzählt. Da der Krieg nicht so im Vordergrund steht, sondern eher das Bauernleben, hat mich das Thema auch nicht so gestört. Die Dreiecksbeziehung und ihr Verlauf war auch spannend anzusehen. Die Schauspieler passen allesamt gut in ihre Rollen. Was mich herzlich gestört hat, waren die Szenen in Israel am Anfang und am Ende des Filmes, mit dem Sohn und dem alten Albert (furchtbar Fehlbesetzt!). Die passten NULL in den Kanon des Films und hatten auch keine rechte Bedeutung. Aber irgendeine Rahmenhandlung musste ja geschaffen werden. Den einen Twist am Ende fand ich zwar gut, trotzdem passt die Szenerie gar nicht. Und das Ende ist so willkürlich und emotionslos. Furchtbar.

Trotzdem: für einen deutschen Film mochte ich ihn sehr und habe ihn sogar schon zweimal gesehen. Und beim zweiten Mal sieht man ja bekanntlich mehr. Auch bringt der Film viel Gesprächsstoff – und solche Filme mag ich ja :D

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Titel / OV Titel: Ende der Schonzeit
Schauspieler: Christian Friedel, Brigitte Hobmeier, Hans-Jochen Wagner
Regisseur/Produzent: Franziska Schlotterer,
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2013

Reviewer: Anne
Reviewmedium: DVD
Rating: 4 von 5

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