Hollywood-Trend 2014: e-Zigaretten

Im Jahr 2005 erschien die politische Komödie Thank You For Smoking, bei dem ein großer Tabak-Lobbyist (Aaron Eckhart) namens Nick Naylor sich Wege und Mittel ausdenkt, um in die Köpfe nichtrauchender Leute einzudringend und sie zurück zu ihrer Sucht zu bewegen. Er hat eine brilliante Idee: er muss mehr Product Placement betreiben, er muss die Zigarette zurück in die Hände der Hollywoodstars bringen und in Filmen das Rauchen glorifizieren. “Rauchen ist cool, das muss Hollywood vermitteln!” Aber erst die Einführung der e-Zigarette auf dem öffentlichen Markt konnte dafür sorgen, dass das wieder als Option erwägt wird.

Das Rauchen ist schon seit jeher mit den Berühmtheiten des Filmes verwoben, man denke an Audrey Hepburn und John Wayne, Marlene Dietrich und selbstverständlich den Marlboro Man. Man wollte so sein wie sie: lässig, cool, Zigarette in der Hand, rebellisch. Das hat in den 1950er Jahren sehr gut funktioniert, weil die Gefahren des Rauchens noch nicht im Bewusstsein der Leute waren. Und heute?

Heute gilt Rauchen als verpöhnt, ungesund und dreckig. In Hollywood würde sich keiner freiwillig mit Zigarette ablichten lassen, aus Angst, den Ruf dadurch zu schädigen. Im 21. Jahrhundert suchen die Fans Vorbilder, die dem Zeitgeist entsprechen. Rebellisch kommt das Rauchen nicht mehr daher; höchstens dumm.

Umso logischer erscheint es, dass nun die e-Zigarette eine Alternative darstellt. Und die Hollywood-Stars haben ordentlich zugelangt. In den letzten Jahren hat man bereits Größen wie Leonardo DiCaprio, Robert Pattinson, Bradley Cooper, Katherine Heigl, und sogar die ehemalige Kettenraucherin Kate Moss mit e-Zigaretten gesichtet. Moderne Berühmtheiten wollen eben nicht auf ihre Lieblingsbeschäftigung verzichten, gleichzeitig dabei aber nichtnachlässig oder ungesund wirken.

Doch der Trend beschränkt sich nicht ausschließlich auf das Privatleben der Stars. Auch auf der Kinoleinwand sieht man die e-Zigarette immer öfter. Im Film The Tourist sieht man Johnny Depp mehrere Male, wie er genüsslich im Zug an seinem elektronischen Glimmstängel zieht. Als er gefragt wird, wieso er in einer Nichtraucher-Zone raucht, antwortet er: das ist keine Zigarette, und ich rauche nicht. Damit hat er recht. E-Zigaretten sind nicht vom Verbot betroffen.

Nun könnte es sicherlich jedem egal sein, was in Hollywood passiert. Doch der Einfluss, den die Stars und portraitierten Charaktäre auf die jungen Zuschauer hat, ist nicht zu leugnen. Deshalb kann die Umstellung auf e-Zigaretten für die nächsten Generationen gut sein: sie sind schonender als herkömmliche Zigaretten. Ob e-Zigaretten normale Glimmstengel vom Markt verdrängen werden und das Rauchen wieder cool wird, hat nun zum größten Teil Hollywood in der Hand.