Review: Anonymus

Roland Emmerichs Versuch die Unwissenheit in den Köpfen über Shakespeare noch mehr zu verstärken. Die Computeranimationen des alten London sind lächerlich, der Bildaufbau zu starr, die Schauspieler sehr komisch und unglaubhaft (vor allem die deutsche Synchro ist so abscheulich! Gerade wenn ein deutscher Regisseur am Werk ist, sollte er darauf achten, dass die Synchro passt). Die Geschichte… ach die Geschichte. Der Earl von Essex ist Shakespeare. Also er heißt nicht so, aber er schreibt die ganzen Werke, und zwar schon seit er ganz klein war. Damit machte er auch der Königin von England eine Freude, die ihn ganz super fand. Später wurde er zum Earl, weil er eine Tochter von irgendeinem Futzi heiratete. Aber böserweise hatte er dann eine Affäre mit der (schon viel älteren) Königin. Oh weh! Die wurde von dem Techtelmechtel direkt schwanger, verbannte aber den Earl. Der hatte noch eine Affäre, ging dann aber zurück zu seiner ursprünglichen Frau. Das Kind von der Königin wurde weggegeben.

Nun schreibt der Earl verbotenerweise weiter und schickt einen anderen Autor hin um die Werke spielen zu lassen. Der Hauptschauspieler ist Shakespeare und soll als öffentliche Figur für dessen Stücke gerade stehen. Und er wird gefeiert. Obwohl er kaum einen Buchstaben selber schreiben kann. Irgendwann kommt raus, dass das Kind der Königin und des Earls einer der anderen Earls ist und auch am Hofe rumschwirrt. Und ganz am Ende kommt noch raus, dass die Königin auch des Earls Mutter ist!

Spätestens da verliert man den Faden. Angeblicher Mr. Shakespeare schläft also mit seiner eigenen Mutter, macht mit ihr ein Kind der auch ein Earl wird aber niemand weiß es. Ahja, Emmerich schafft es uns einfach zu verwirren und die Geschichte ganz weg von Shakespeare zu treiben. Denn das ist nur Nebensache. Ich fand den Film relativ schlecht.

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Titel / OV Titel: Anonymous
Schauspieler: Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Sebastian Armesto, Rafe Spall, David Thewlis
Regisseur Roland Emmerich
Erscheinungsdatum: 10. November 2011 (Kino), 16. Mai 2012 (DVD)

Reviewmedium: DVD von LoveFilm
Rating: 1,5 von 5