Vielleicht lieber morgen (The Perks of Being a Wallflower)

The Perks of Being a Wallflower ist nicht leicht zu erklären. Es ist kein typischer Teenager Film in dem es um die erste Liebe geht. Es ist kein Drama. Es ist kein kaputte Kinder Film (wie die meisten Indie Streifen). Es ist all das vereint aber auf eine wunderbare Art und Weise.

Vielleicht lieber morgen erzählt von Charlie, der seinen besten Freund verloren hat und ihm nun Briefe schreibt. Doch das steht gar nicht so im Vordergrund. Es ist mehr das Thema, dass Charlie keine Freunde hat und ein ziemlicher Einzelgänger ist. Und das in seinem ersten High School Jahr. Charlie ist auch ein bisschen komisch, er hatte eine harte Vergangenheit. Was genau mit ihm passiert ist, wird nie wirklich aufgelöst, aber durch einige Hinweise kann man sich seinen Teil denken und auf einmal fühlt man großes Verständnis und Mitleid für Charlie, der das alles gar nicht so zu verstehen scheint. Viel mehr im Blickfeld steht für ihn die Freundschaft. Die Freundschaft zu Sam, die Freundschaft zu Patrick und alles was er mit ihnen erlebt.

„We are infinite“

Er geht auf die erste Party seines Lebens, erlebt die erste Liebe, den ersten Kuss, die ersten Drogen. Das alles klingt sehr Klischee, doch der Film schafft es, alles so dezent anzusprechen, dass es gar nicht negativ auffällt. Das liegt wahrscheinlich auch an den hervorragenden schauspielerischen Leistungen. Ezra Miller als Patrick ist wundervoll und wohl die beste Besetzung die man sich wünschen konnte. Er spielt den Charakter so locker und leicht, als wäre er selbst Patrick. Das leicht Geflügelte des Alltags bekommt er super hin, aber auch die Zerbrechlichkeit, die Patricks Geschichte mit sich bringt, nimmt man ihm voll ab. Logan Lerman hat den introvertierten Charlie richtig gut drauf. Genau so stellt man sich doch einen Teenager in dem Alter vor. Ein ausdrucksloser Blick und eine kleine Verwirrtheit. Aber wenn dann echte Gefühle (seien es Angst oder Liebe) ins Spiel kommen, fühlt man mit. Und das ist alles was man von einem Schauspieler benötigt. Grandios war natürlich auch Emma Watson, keine Frage. Auch wenn man immer dachte, in der nächsten Szene probiert sie einen neuen Zauberspruch aus. So ganz ist sie Hermine noch nicht los, das kann aber auch vor allem an der deutschen Synchro gelegen haben. Ich hoffe inständig, dass es auf Englisch anders ist und Emma dann wirklich Sam ist. Und nicht eine erwachsene Hermine. Das einzige furchtbare an Sam war ihr Klamottenstil. Furchtbar!

Schön am Cast fand ich, dass man einige bekannte Gesichter zu sehen bekam. Nina Dobrev (bekannt aus Vampire Diaries), Kate Walsh (Grey’s Anatomy und Private Practise) und Dyaln McDermott (kenne ich aus American Horror Story) und natürlich Paul Rudd als Lehrer (Our Idiot Brother, Dinner für Spinner, Friends)

Stephen Chbosky

Stephen Chbosky schrieb den wundervollen Roman. Ich las den Roman vor dem Film und fand ihn grandios. Leichte Lektüre aber wirklich inspirierend und so spannend, dass man es am liebsten in einer Nacht durchlesen wollen würde.Schön ist es also, dass genau der Kopf dahinter auch den Film gemacht hat. Das ist meiner Meinung nach die beste Lösung die man sich wünschen kann. Und dank diesem Fakt wird der Film dem Buch auch wirklich gerecht. Die Einzelheiten stimmen, die zusätzlichen Details stimmen und passen. Die Schauspieler sind grandios, die Musik ist grandios, die Bilder sind grandios.

Am Ende bleibt zu sagen, der Film ist wirklich gut. Kein „Der Film des Jahres“ aber einer der guten. Einer der Filme, die man sich unbedingt kaufen möchte um sie immer wieder zu gucken. Man ist danach glücklich, nachdenklich und man möchte etwas verbessern. Sich und seine Freundschaften. Sein Glück. Man fühlt sich einfach unendlich.