Melancholia – Review

Justine (Kirsten Dunst) feiert ihre Hochzeit im Landhaus ihrer Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg), dessen Mann John (Kiefer Sutherland) reich ist und das ganze Fest organisiert hat. Justine hat nur ein Problem: sie ist melancholisch veranlagt. Dadurch wird das Fest zu einer semi-Katastrophe, was damit endet, dass Justine’s Ehemann (Alexander Skarsgard) sie direkt wieder verlässt.
Der erste Teil von Melancholia handelt also von der Hochzeitsfeier und den Zwischenmenschlichen Beziehungen. Man lernt Justines Eigenheiten kennen und wie die anderen darauf reagieren und damit umgehen. Einige der dargestellten Figuren sind selbst sehr ungewöhnlich und doch herrlich naturgetreu. Da wäre die Mutter, die sehr pessimistisch ist und vollkommen gegen die Ehe. Daneben der Vater, der gleich mit zwei Frauen namens Betty auftaucht und sein fortgeschrittenes Leben genießt. Dann ist da noch der Butler der im Laufe des ersten Teils Justine nicht mehr in die Augen blicken will, da sie das Fest ruiniert hat. Bei einigen Handlungen fragt sich der normale Menschenverstand ernsthaft was das soll, aber gerade diese unerwarteten Dinge bringen Spannung in den ersten, doch ungewöhnlichen Teil.

Am Ende des Teils merkt Justine, dass irgendetwas mit dem Himmel nicht stimmt.
Und so wandern wir in den zweiten Teil, dessen Hauptperson Claire ist.
Es wurde bekannt, dass es einen Planeten gibt, Melancholia, der auf die Erde zu rast. Wissenschaftler sind sich einig, dass er die Erde verfehlen wird. Doch es gibt Skeptiker. In jedem Fall wird der Besuch von Melancholia ein spektakuläres Ereignis. Claire holt ihre von Depressionen geplagte Schwester Justine zu sich ins Landhaus, um das Ereignis mit ihr zu teilen. Im Laufe des Teils wächst Claires Angst vor dem Planeten. Proportional dazu steigt die Ruhe und Gleichgültigkeit in Justine. Sie ist sicher, dass Melancholia auf die Erde fallen wird und die ganze Menschheit in den Tod reisst. Man selbst wird bei der Betrachtung auch teilweise immer unruhiger, spätestens als Melancholia da war, weggeht und dann doch wieder kommt. Doch viel Zeit zum nachdenken bleibt nicht. Der zweite Teil ist total anders als der Erste. Man fragt sich auch wie beide zusammenpassen. Und doch bilden sie eine komplette Einheit.
Das Ende ist so spektakulär, dass es die Ruhe der Stunden davor ausgleicht. Und doch ist es keine Actionsequenz sondern Melancholie.

melancholia

Lars von Trier schafft es wieder durch atemberaubende Bilder und wunderbare Dialoge ein quasi Meisterwerk zu erstellen. Trotzdessen Kirsten Dunst nicht die erste Wahl für die Rolle der Justine war, spielt sie den Charakter perfekt aus. Der Film ist schwer verdaulich und weiß Gott nichts für Zwischendurch. Doch wer auf Bildgewaltige Momente steht, dem ist der Anfang auf jeden Fall empfohlen. Wenn gewisse Filmsequenzen aus späteren Szenen verlangsamt und minimal verändert zu Wagner vor einem ablaufen.

Mit: Kirsten Dunst, Kiefer Sutherland, Charlotte Gainsbourg, Alexander Skarsgard