Review: Männerherzen – und die ganz ganz große Liebe

Männerherzen 2 und die ganz ganz große Liebe ist der zweite Teil der Geschichte um die Berliner Männer und ihre Wehwehchen.
Man denkt zunächst: orr, wieso denn ein zweiter Teil, im ersten wurde doch fast alles gesagt. Aber nein. Der zweite schließt quasi nahtlos an den ersten an und man bemerkt kaum den Unterschied. Als sei es eine Fernsehserie und wir mussten nur eine Woche auf die Fortsetzung warten. Die Geschichten werden weitergeführt und ein bisschen vertieft. Das macht die Charaktere noch glaubwürdiger und teilweise liebenswürdiger. Oder in manchen Fällen eben das Gegenteil.
So beginnt das ganze mit Jerome/Hansi/Hans-Jürgen, der ja am Ende des ersten Teils zu seiner Jugendliebe zurückkehrt. Da wird jedoch in ein paar Minuten der komplette Plotpunkt gestrichen, weil die arme Frau natürlich ein eigenes Leben hat. Also besucht der Hansi seine Mutter. Das ist ganz witzig, wie ein fast 50 (?) jähriger so von seinen Eltern umgarnt wird und in seinem früheren Zimmer mit Fussballbettwäsche und Fussballpostern schlafen muss. Nebenbei findet er seine Prinzessin auf einem Pferd und verliebt sich, natürlich in sie. Er macht sich zum Depp, in dem er auf einem Pony reitet, aber sie findets dufte. Er bleibt auf dem Land um ihr auf dem Hof zu helfen, was er ja sonst nicht so mochte. Alles für eine Frau. Yeah. Irgendwann jedoch, wird klar, dass die gute Verlobt ist und bald heiraten will. Und mit einem plumpen „Hätte ich das eher erwähnen sollen?“ ist auch alles gut. Naja, außer für Hansi. Denn ihr Verlobter ist Thorsten der auch Schlagersänger ist, genau wie Hansis Kumpel Bruce. Bruce hat eigene Probleme, denn das Label will seinen Song nicht rausbringen und kickt ihn raus (dafür darf Thorsten dann). Er will sein eigenes Label aufmachen und findet dabei das Internet. Und von „Das wird sich nie durchsetzen“ zu „In den Warenkorb legen“ dauert es nur ein paar Stunden, aber genau das wird ihm zum Verhängnis. Bald ist das Geld alle und Bruce Pleite. Er fährt zu Hansi, wobei seine Eltern dann schon denken, er sei schwul, um sich helfen zu lassen. Thorsten klaut Bruce’s Lied und Bruce tickt aus. Fast wäre er vom Zug überrollt worden – Spannung pur!
Nebenbei gibt es natürlich noch ganz viele andere Plotpoints die sich alle mit diesem hier verstricken und quasi alle Protagonisten zusammenführen. Niklas zB wird von seiner Frau endgültig verlassen, weil die sich verknallt hat, und sucht dann nach der Süßen aus Teil 1 (die jetzt großer Star einer Soap ist und ganz viele verrückte Stalkerfans besitzt). Zwischendurch versucht er noch Online Dating via Spacebook (herrliche Zusammenschnitte von Facebookseiten – aber Facebook darf man ja nicht nutzen, Apple jedoch steht überall rum), was ziemlich witzig ausgeht. Günther will mal wieder Sex haben, stellt sich aber herrlich dämlich an und beisst seiner Geliebten erstmal das Ohrläppchen ab. Philipp bekommt plötzlich Zwillinge und gleichzeitig brennt sein Laden ab, was ihn in derbe finanzielle Schwierigkeiten bringt.

Die ganzen Stories überschneiden sich dann, sodass man es fast gar nicht nacherzählen kann, ohne sich zu verhaspeln.
Alles in allem, für einen Deutsche-Filme-nicht-so-gern-haber wie mich, ist Männerherzen 2 ganz niedlich. Voller Gefühl, ein bisschen „aaaww“ und ein bisschen Tränchen und viel Humor (ich musste tatsächlich lachen). Das ganze macht Männerherzen 2 zu einem schönen kurzweiligen Erlebnis, was man sich durchaus angucken kann. Gut gemacht!

Mit: Florian David Fitz, Maxim Mehmet, Til Schweiger, Justus von Dohnanyi, Nadja Uhl, Christian Ulmen, Jana Pallaske, Wotan Wilke-Möhring

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