Super 8 – Review

Endlich war es soweit! Über ein Jahr ist es her, seit ich von Super 8 das erste mal hörte und darüber berichtete.

SUPER 8

Mit: Joel Courtney, Kyle Chandler, Elle Fanning, Riley Griffiths, Ryan Lee

Eventuell SPOILER enthalten.

Im Sommer 1979 wollen Charles und seine Freunde einen Zombiefilm auf einer Super 8 Kamera drehen. Als dann noch die schöne Alice (Elle Fanning) zusagt und die weibliche Hauptrolle spielt, wittert Charles schon den ersten Platz beim Filmfestival.
Doch dann entgleist neben der Filmlocation ein Zug. Und zwar kein gewöhnlicher Zug, sondern einer der Airforce, mit sehr sehr komischer Fracht.
Kurz darauf verfällt die Stadt in Chaos, Menschen verschwinden, genauso wie Hunde und Stromleitungen. Außerdem macht die Elektrizität faxen.
Auf einmal ist die ganze Stadt besetzt von Soldaten und etwas später werden alle evakuiert. Doch warum? Und wo sind die Verschwundenen?
Der kleine Joe macht sich mutig auf den Weg um seine Alice wiederzufinden und gleichzeitig das Geheimnis zu lösen.

Als Fan von „The Goonies“ und „Stand by Me“ mag ich natürlich solche „alten retro“ Filme sehr gern. Doch wenn dann der Zug in so einem Feuerwerk minutenlang entgleist, dann muss man schon ein wenig lachen, denn das ist sehr unrealistisch. Zumal alle Hauptpersonen keinen Kratzer abbekommen, im ganzen Film nicht, sondern immer nur aussehen, als hätten sie sich im Dreck gewälzt.
Das ist aber nicht weiter schlimm, denn das ganze Teasern um das Geheimnis ist spannend und weckt Interesse. Das normale Leben davor und während der Sache ist wunderbar anzusehen und man wünscht sich heimlich, in Joes Zimmer zu wohnen und selber Modelle zu basteln und mit seinen Freunden heimlich einen Film zu drehen.
Die Auflösung des Geheimnisses ist ein wenig enttäuschend, auch wenn man sich das schon gedacht hatte. Aber auch das Ende dieses „Wesens“ ist ein bisschen dahingeschmettert, a la „Es musste ja so kommen“ und lässt einen ein wenig ratlos zurück.
Und dann, wie auch bei LOST, fallen einem die Kleinigkeiten ein, die einfach so in Plotholes verschwinden und im Jahr 1979 liegen bleiben, ohne dass wohl je wieder jemand an sie denkt. Was ist nun mit den Hunden? Warum sind nur sie weggegangen? Wo sind die Stromleitungen? Warum fliegen manche Soldaten mit ihren Waffen gegen den Wasserturm und andere nicht? Wieso werden nur Autos die Motoren ausgebaut und nicht den Militärwagen? Und wieso wird dieses „Monster“ und seine Wrackteile überhaupt per Zug quer durchs Land transportiert?
Wahrscheinlich ist das alles gar nicht wichtig und es ist ja auch langweilig wenn man immer auf alles Antworten bekommt.

Die Jungschauspieler allerdings rocken alles weg, auch wenn Elle Fanning schon mehr gespielt hat als zum Beispiel Joel Courtney, der hier gleich die Hauptrolle abgesahnt hat. Und doch merkt man, er hat es sehr drauf, wenn er Alice sagt, wie sie einen Zombie spielen soll und dann sehr fasziniert ist, von ihrer Performance. Oder wenn er mit seinem Vater streitet und ihn nur mit Tränen in den Augen anschaut. Wunderbar.

Ein schönes Highlight ist dann natürlich noch der No-Budget Selfmade Super 8 Film der Kinder, der im Abspann zu sehen ist. In Interviews sagten die Kids, dass sie den Film selber schreiben und drehen durften. Der ist kreativ, witzig und ziemlich gut in Szene gesetzt. Es macht richtig Spaß zuzusehen. Außerdem weckt es in kleinen Filmemachern wie mir, die Lust, selbst eine Super 8 Kamera zu kaufen und wild drauf los zu drehen. Hach.

Alles in allem hat Super 8 natürlich auch seine Schwächen. J.J. Abrahms wollte eine Hommage an die frühen Spielbergs setzen, an die Abenteuerkinderfilme von damals. Teilweise hat er das auch geschafft, aber mit unzureichender Entwicklung, ein bisschen Inhaltslosigkeit und einer etwas zu langen Zugunglückszene vermasselt er da ein bisschen den „BOOM“ Effekt.
Trotzdem hatte ich Spaß, es war mal wieder richtiges Kino. Ich möchte zu gern sagen ohne Computer aber das stimmt ja natürlich nicht. Zieht man den Alien und den Zug ab, könnte das aber passen. Ich vermisse die guten alten Zeiten, als die Städte und Landschaften noch echt waren und nicht einfach im Computer zusammengeschraubt wurden…

Super 8 ist also sehr zu empfehlen, wenn man über die Kleinigkeiten die stören hinweg sehen kann und will. Die Emotionen machen alles wieder gut.