Filmkultur in Dresden – 3. Vorlesung an der TU Dresden

Am Mittwoch den 4. Mai war die 3. Veranstaltung der Vorlesungsreihe Filmkulturen in Dresden. Dieses Mal mit dem Thema „filmische Subversion in der DDR“.
Claus Löser führte uns chronologisch durch die Zeit der Undergroundbewegung in der DDR. Er erwähnte die erste Undergorundzeitschrift „Und“ die 1982 in Dresden erschien und meinte, dass Dresden der wichtigste Kontaktort im „sächsischen Dreieck“ war. Viele Private Firmen waren in Dresden ansässig, die meist Industriefilme und Werbefilme produzierten.
Der erste Filmausschnitt der diesmal gezeigt wurde, stammte von Christian Borchert, ein Stummfilm der Bilder aus Dresden zeigte.
Es ging weiter mit Jürgen Böttcher, der erst Malerei und später Regie studierte und sich dann auf Dokumentarfilme spezialisierte. Er drehte staatskonforme Filme aber auch einige die verboten worden waren. Einer dieser verbotenen Filme war „Drei von Vielen“ der eigentlich von vier Arbeitern handelte, die in ihrer Freizeit malten und Ausstellungen organisierten. Einer dieser Arbeiter war A.R. Penck, der eigentlich Ralf Winckler hieß. Penck war quasi der Urvater der Gegenbewegung in der DDR. Wir durften in den Film „Terror Dresden“ von 79 hineinschauen, der einzige authorisierte Film der nichtmal damals öffentlich, sondern nur in der Künstlergruppe „Lücke“ (ein schönes Gegenwort zur Künstlervereinigung „Brücke“) gezeigt wurde. Im Film zeigten Penck und Wolfgang Opitz z.B. die Frauenkirche als „das tote Herz Dresdens“.
Weiterhin konnten wir in „Here Comes the Sun“ von Helge Leiberg hineinschauen und in Christin Schlegels „Pergamotten“ von 1983.
Der letzte Filmausschnitt kam von Volker „Via“ Lewandowski. einen Dokumentarist der auf Super 8 arbeitete und sich um die sozialistische Architektur in Dresden (z.B. Prager Str.) drehte.

Gegenbilder, nicht immer ersichtlich, sind wichtiger als Vorbilder.

Dies war ein interessanter Ausflug zurück in die DDR und es war für mich, als Filmfan, sehr interessant zu sehen, wie damals Filme gemacht wurden, die nicht dem Hollywood-Gesetz entsprachen.

Nächste Woche, am 11. Mai um 18:30 Uhr, findet die nächste Vorlesung zum Thema „Kurzfilm in Dresden, ein Ort der kurzen Filmformate“ statt.