Kurzreviews: Whatever Works, This is England, Nine, Briefe an Julia

Kurzreviews von:

– Whatever Works (Liebe sich wer kann)
– This is England
– Nine
– Briefe für Julia

Whatever Works

Von: Woody Allen
Mit: Larry David, Evan Rachel Wood, Henry Cavill, Patricia Clarkson, Ed Begley Jr., Michael McKean

Liebe sich wer kann – so der deutsche Titel dieses wunderbaren Woody Allen Films. Vielleicht ist das ganze etwas wirr. Wir beginnen bei der Hauptperson Boris, der einfach anfängt mit uns – also dem Publikum – zu reden und wird deswegen von seinen Freunden und von Fremden ziemlich schräg angeguckt.
Boris ist ein ziemlich Pessimist – er und seine Frau haben es einfach nicht mehr ausgehalten. Außerdem sprang er einmal aus dem Fenster – weswegen er nun humpelt. Eigentlich wollte er sich ja umbringen.
Eines Tages steht die junge Melody vor seiner Tür und möchte bei ihm wohnen. Er findet das eigentlich gar nicht toll, aber er lässt sie. Während der Überbrückungszeit, die immer länger und länger dauert, verlieben sich die beiden und heiraten sogar.
Ein Jahr später taucht Melodys Mutter bei Boris auf und ist total überfordert mit der Situation. Sie ist religiös durch und durch und kann das ganze überhaupt nicht verstehen. Dazu kommt, dass ihr Mann, also Melodys Vater, mit ihrer besten Freundin durchgebrannt ist.
Während Melodys Mutter mit in New York wohnt, verändert sie sich. Sie wird Künstlerin und bändelt mit einem der Freunde von Boris an… und dann auch noch mit einem anderen. Am Ende wohnen sie zu dritt zusammen und lieben sich alle.
Irgendwann darauf taucht Melodys Vater bei Boris auf, ihm täte ja alles so leid und er wäre nicht mehr mit der besten Freundin zusammen. Doch seine Ex-Frau hat ja nun bessere Gesellschaft und lässt ihn abblitzen.
Zwischen Boris und Melody läuft es auch nicht mehr so toll. Melodys Mutter möchte sie mit einem jungen Mann verkuppeln und am Ende schafft sie dies auch. Boris ist sehr entzürnt und stürzt sich ein weiteres Mal aus dem Fenster.
Doch welch Wunder – er stürzt auf eine arme Frau und diese Frau lernt ihn lieben. Am Ende sind alle glücklich mit ihrem neuen Partner und feiern gemeinsam Silvester.

Ich muss sagen, der Film ist ein wenig verwirrend – aber ich glaube das haben Woody Allen Filme so an sich. Abgesehen davon hat das Schauen sehr viel Spaß gemacht. Man bewundert die Menschen, die so einfach mit Verlusten in der Liebe umgehen und offen für Neues sind.

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This is England

Mit: Thomas Turgoose, Stephen Graham, Jo Hartley, Andrew Shim

In This is England geht es um den 12-jährigen Shaun, der seinen Vater im Krieg verloren hat und in der Schule gemoppt wird.
Eines Tages trifft er auf Woody und seine Kumpels und freundet sich mit ihnen an. Zusammen haben sie viel Spaß, bis der 32-jährige Combo aus dem Gefängnis wiederkommt und die Gruppe spaltet. Shaun ist vom Nationalstolz Combos sehr beeindruckt und bleibt bei ihm. Zusammen begehen sie einige Fremdenfeindliche Aktionen.
Gegen Ende wird der einzige dunkelhäutige Skin der Gruppe eingeladen um mit Combo, Shaun und den anderen zu kiffen. Das ganze geht allerdings nicht gut aus und Combo drescht auf Milk ein und prügelt ihn fast zu Tode. Direkt danach bereut er jedoch seine Taten.

Ich weiß nicht ob das ganze wirklich so Namensgebend für England zu dieser Zeit ist. Mein Thema ist das leider nicht, aber es war schon mal interessant anzusehen, wie so eine Ideologie ausgeführt wird. Die Gründe sind klar, aber die Wege sind einfach nicht gut. Was man am dramatischen Ende sehen kann.
Mir fehlte ein wenig das gewisse Etwas, was mich dazu verleitet hätte, die Charaktere wirklich zu mögen und wahre Sympathie zu empfinden. Ich glaube, das ist auch das größte Manko was ich an diesem Film habe.
Ansonsten ist es eine gute Aufklärungsquelle für Menschen, die (wie ich) mit dem Thema nur wenig vertraut sind.
Keine leichte Kost!

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Nine

Mit: Daniel Day-Lewis, Marion Cotillard, Penélope Cruz, Judi Dench, Kate Hudson, Nicole Kidman, Sophia Loren, Fergie

Ein Regisseur der keine Ideen hat. Von dem aber erwartet wird, dass er sein nächstes großes Meisterwerk produziert. Er ist also im Stress – seine Muse hat ihn verlassen.
Der Film handelt davon, wie dieser großartige Regisseur zwischendurch von seinen Musen besucht wird und so sein Meisterwerk kreiiert. Dabei kriegen wir Musik und Tanzeinlagen von Fergie, Nicole Kidman und Kate Hudson zu sehen. Penelope Cruz räkelt sich sehr sehr offenherzig vor unseren Augen und ist auch gleichzeitig des Regisseurs Mätresse, während seine arme Frau Marion Cotillard zuhause sitzt und auf ihn wartet.

Ich muss ehrlich sein: der Trailer hat mich getriggert, aber der Film war grottenlangweilig. Zumindest für mich. Ziemlich seit dem Anfang hat mir einfach die Spannung gefehlt die mich zum weiterschauen angeregt hätte. Dabei mag ich Filme übers Filmemachen und ich mag auch Musicals. Aber dieser Film hat es echt geschafft, dass es mir vollkommen egal war.

Die Machart war ja irgendwie ganz gut – die Schwarz-Weiß-Szenen die sich mit farbigen Szenen abwechselten – je nachdem ob Wirklichkeit oder „Von der Muse geküsst“.

Ich glaube aber auch, die Charaktere waren sehr unterentwickelt – einfach weil so viele davon auf einmal da waren. So hat das Zuschauen einfach kaum Spaß gemacht.

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Briefe an Julia

Mit: Amanda Seyfried, Vanessa Redgrave, Gael García Bernal, Christopher Egan, Franco Nero, Oliver Platt

Die junge Sophie fährt in die verfrühten Flitterwochen mit ihrem Verlobten Victor nach Italien. Victor ist gerade dabei ein Restaurant zu eröffnen und alles was er im Kopf hat sind Lieferanten, Wein und gute italienische Rezepte. Bei all dem Stress vergisst er sogar seine Verlobte.
Die versucht sich selbst zu beschäftigen und besucht Julia Capulets Haus und findet eine sehr tolle Geschichte. Frauen jeden Alters schreiben Briefe, wenn sie Rat in der Liebe brauchen und pinnen diese Briefe an die Wand des Hauses. Eine Gruppe von Frauen nimmt dann diese Briefe und beantwortet sie. Sie nennen sich die Sekretärin der Julia. Sophie findet in der Wand einen etwas älteren Brief von vor 50 Jahren und antwortet dem armen Mädchen.
Bald darauf erscheint ihr Enkel und ist wütend auf Sophie, denn seine Großmutter möchte nun die liebe ihres Lebens Lorenzo wiederfinden.
Nach einigem Hin- und Her gehen die drei (Großmutter, Sophie und Enkel Charlie) auf die Suche nach Lorenzo.
Dann passiert natürlich, was passieren muss. Es gibt gute und schlechte Sachen und Charlie und Sophie streiten sich und dann küssen sie sich. Aber Sophie ist ja verlobt. Am Ende finden sie den wahren Lorenzo und alles ist gut.

Das ganze ist natürlich extrem klischeehaft und man weiß schon von Anfang an, was passiert, da alles direkt zu Beginn so ausgelegt ist, dass es ein Happy End gibt.

Schauspielerisch ist da auch nicht viel zu holen. Das einzig gute ist die Emotion die hervorgerufen wird (Ja, ich habe geweint).
Also alles in allem ist das einfach nur ein kurzer, flüchtiger Mädchenfilm für zwischendurch.

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