Kurzreviews: The King’s Speech, Wild Target, Driving Lessons, Hot Tub Time Machine

~ The King’s Speech
~ Wild Target
~ Driving Lessons
~ Hot Tub Time Machine

The King’s Speech

Mit: Colin Firth, Helena Bonham Carter, Geoffrey Rush

The King’s Speech ist momentan ja in aller Munde – vor allem wegen den vielen Awards, seien es nur die bisherigen Nominierungen (allein 12 Oscar-Nominierungen!) oder die abgesahnten Awards (7 an der Zahl bei den BAFTAs). Und das zurecht!

Albert, der Herzog von York (Colin Firth) stottert und hat demnach arge Schwierigkeiten vor Menschen zu reden. Aber wenn man Herzog von York ist, sollte man reden können. Sein Vater ist der König von England und sein älterer Bruder betritt nach dem Tod des Vaters den Thron. Allerdings gibt es da ein paar Schwierigkeiten: er möchte eine geschiedene Frau heiraten, darf dies als König aber eigentlich nicht. Also fällt der Thron an Albert, der von nun an König George VI. ist. Nur was ist mit seinem Problem Reden zu halten? Seine Frau (Helena Bonham Carter) möchte ihm helfen und engagiert den australischen Logopäden Lionel Logue (Geoffrey Rush). Zuerst gibt es einige Auseinandersetzungen doch bald erkennt Albert „Bertie“, dass Lionel ihm wirklich helfen kann. Die beiden arbeiten hart an Alberts Stottern. Bald darauf bricht Krieg aus, und Albert, als König von England, ist dazu verpflichtet eine Rede im nationalen Radio zu halten. Mit der Unterstützung von Lionel schafft er es auch und ganz England ist stolz auf ihn.

Das mag sich jetzt nicht so spektakulär anhören. Keine Verfolgungsjagden und politische Intrigen, ja nicht mal eine wirkliche Liebesgeschichte. Und trotzdem wird dieser Film von allen so in den Himmel gehoben. Warum?
Die schauspielerische Leistung von Colin Firth ist wirklich Oscarwürdig! Also, wenn er diesmal keinen bekommt, dann ist echt was falsch. Auch Helena und Geoffrey sind wirklich wirklich gut. Die Szenerie ist wirklich hübsch und einfach toll. Die Farben sind nicht beissend sondern einfach der Atmosphäre entsprechend. Das Haus von Lionel hat ein wahnsinnig gutes Interieur. Dann kommt noch die atemberaubende Musik von Alexandre Desplat dazu, die nicht aufdringlich wirkt, sondern unterstreicht und der Climax am Ende zu wahrer Spannung verhilft.
Der Film läuft erst ab dieser Woche in den Kinos aber ich kann es jetzt schon kaum erwarten, ihn auf DVD zu besitzen. Und noch ein Tipp: wenn ihr dazu kommt ihn in der Originalversion zu schauen, tut es!

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Wild Target

Mit: Emily Blunt, Bill Nighy, Rupert Grint, Rupert Everett

Die charmante Betrügerin Rose (Emily Blunt) hat eine geniale Idee: ein ausgesprochen wertvolles Bild nachahmen und dann den Fake für viel Geld verkaufen! Der Plan funktioniert auch, aber die Gangster kommen natürlich dahinter und wollen Rose umbringen. Gleichzeitig soll Victor Maynard (Bill Nighy), aus einer Killerfamilie, die gute Rose umbringen. Da Victor niemals einen Auftrag versemmelt, möchte er den anderen Gangstern natürlich zuvorkommen. Also rettet er Rose einmal das Leben, damit er sie selbst umbringen kann. Dabei treffen sie auf Tony (Rupert Grint) der irgendwie auf einmal da ist und ausversehen den Gangster erschießt. Nun stecken alle drei in der Patsche und müssen sich verstecken. Victor will Rose immernoch umbringen und selbst seine Mutter, auch eine Killerin, kommt ihm zu Hilfe. Doch leider haben sich inzwischen Gefühle bei den beiden eingestellt und machen alles kompliziert. Am Ende werden jedoch die Gangster gestellt, Rose und Victor werden glücklich und Tony wird zu Victors Lehrling.

Wild Target ist eine wirklich witzige und herzige britische Komödie, die super für mal eben Zwischendurch funktioniert. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben alle ihre Funktion. Das ganze ist nicht wirklich ernst zu nehmen sondern eher mit viel Satire zu sehen. Rupert Grint wirkt ein wenig verloren, da seine Figur nicht wirklich eine große Funktion hat, bis auf ein paar weirde Situationen hervorzurufen und ständig irgendwelche Bösewichte anzuschiessen.
Alles in allem kann ich jedem Fan von British Cinema diesen Film (natürlich hauptsächlich wieder im Original) empfehlen. Ich bin wirklich froh ihn auf DVD zu besitzen, denn diesen Film kann man durchaus mehrmals ansehen um über jeden Witz lachen zu können. Wirklich eine ganz große Anschau-Empfehlung!

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Driving Lessons

Mit: Julie Walters, Rupert Grint

Ben Marshall (Rupert Grint) ist gerade 17 und möchte seine Fahrprüfung ablegen. Allerdings ist seine Fahrlehrerin seine sehr dominante und religiöse Mutter. Das macht das ganze nicht gerade unproblematisch. Sein Vater ist Pfarrer und befindet sich in einer Ehekrise mit seiner überambitionierten Frau. Er flüchtet sich in sein Hobby Vogelkunde. Ben schreibt auch Gedichte und möchte sich durch ein Gedicht einem Mädchen nähern, was jedoch in einer Katastrophe endet. Da seine übereifrige Mutter einen alten Herren bei sich aufnimmt, muss Ben sich einen Job suchen. So landet er bei der gealterten Evie Walton (Julie Walters) die ihn als seinen persönlichen Assistenten einstellt. Außerdem hilft Evie ihm sich von seiner Mutter abzukapseln. Sie überredet Ben durch einen Trick sie nach Edingburgh zu begleiten, was Ben erst gar nicht gut findet. Doch auf der Reise dort hin und während des Aufenthaltes verändert sich seine Sichtweise zum Leben. Außerdem werden Evie und er wahre Freunde.
Als die beiden wieder zuhause ankommen verbietet Bens Mutter ihm jeden weiteren Kontakt mit Evie. Während eines sehr peinlichen Theaterstückes kommt Evie Ben jedoch zu Hilfe und nimmt ihn mit. Unter den Augen aller beklagt Ben das unsinnige Verhalten seiner Mutter, und dass die Fahrstunden mit ihr nur dazu dienten, sie zu ihrem Geliebten zu bringen.

Natürlich gibt es ein Happy End bei diesem Film, doch genau das wünscht man den Charakteren am Ende auch. Das ist keine typische Teenager-will-erwachsen-werden-Komödie sondern ein Film übers Leben. Was wichtig ist im Leben und dass vor allem Freunde ein wichtiger Bestandteil dabei sind seinen Weg zu finden. Wieder eine britische Komödie die voll und ganz überzeugt. Die Besetzung ist bis aufs kleinste Detail wirklich traumhaft. Man fiebert regelrecht mit allen Charakteren mit bzw hasst sie zutiefst. Die Landschaftsaufnahmen sind herrlich und typisch britisch. Auf der DVD finden sich noch einige witzige Extras die es gewiss lohnenswert sind angesehen zu werden. Witzig ist, dass Julie Walters in den Harry Potter Filmen Ruperts/Rons Mutter spielt.
Im Januar 2010 wurde Driving Lessons unter dem Titel „Unterwegs mit Evie“ im ZDF ausgetrahlt.

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Hot Tub Time Machine

Mit: John Cusack, Rob Corddry, Clark Duke, Chevy Chase, Craig Robinson

Früher waren sie die besten Freunde, doch 20 Jahre später sieht alles ganz anders aus. Einer will sich umbringen, der andere wurde geschieden und der Dritte weiß, dass seine Frau ihn betrügt. Alle drei plus Neffe nehmen sich ein Wochenende Auszeit in ihrem früheren Ausflugsziel zum Ski fahren. Dort feiern sie ausgelassen eine Nacht lang im Whirlpool, einfach weil sonst nichts mehr los ist, die Zeit ist eben auch dort nicht spurlos vorbeigegangen. Durch einen dummen Zufall schütten die Partyleute ein russisches Energydrinkzeug in die Elektronik des Whirlpools und am nächsten Morgen finden sie sich in der Vergangenheit wieder. Alles ist ganz cheesy und Klischeebehaftet. Die 4 kommen zu dem Schluss, dass sie alles genauso machen sollten wie vor 20 Jahren, dazu gehört auch, dass einer mit seiner Freundin Schluss macht und der andere derbst verprügelt wird. Als dann am Ende der Nacht der Whirlpool repariert ist und die 4 wieder im Besitz des Energydrinks ist, den sie brauchen um wieder ins Jahr 2010 zu reisen. Doch einer der 4 bleibt in der Vergangenheit weil er dort viel glücklicher ist, als in der Zukunft. Als die restlichen 3 dann wieder im Jahr 2010 sind, hat sich einiges verändert. Google heißt zum Beispiel Lougle und ihr Freund ist Multimillionär.

Alles in allem eine ziemlich sinnlose Dumpfkomödie die keinen wirklichen ernsthaften Sinn hat und nichtmal die Moralvorstellung rüberbringt, dass man in der Vergangenheit nichts verändern darf, weil sonst die Zukunft schrecklich aussehen könnte. Es sind viele dämliche Flachwitze unter der Gürtellinie dabei, und wer kotzende Menschen nicht abkann, sollte diesen Film besser nicht gucken. Ein paar Nerdwitze sind trotzdem dabei und ein bisschen Gesellschaftskritik (die Jugend von heute hängt nur vor dem PC und schreibt nur SMS und Mails).
Ich habe eh nicht viel von diesem Film erwartet. Er stand nur auf meiner Ausleihliste, weil John Cusack ihn so beworben hatte (und ich heimlicher oder auch weniger heimlicher John Cusack Fan bin). Ob die DVD dann jedoch in meiner Sammlung wandert, bleibt abzuwarten. Momentan reicht mir das einmalige Vergnügen des Filmes.