Never Let Me Go – Review

Die Story:
Ruth, Kathy und Tommy sind Schüler and einem sehr speziellen Internat in England. Alles ist eigentlich ganz normal, bis auf, dass sie niemals das Gelände verlassen dürfen.
Eines Tages erzählt ihnen eine ihrer Lehrerinnen ihren wahren Sinn im Leben. Alle Schüler sind nur „gemacht“, gemacht um irgendwann, wenn sie erwachsen sind, ihre Organe zu spenden. Das ist ihr einziger Sinn im Leben.
Kathy (Carey Mulligan) verliebt sich schon früh in den armen Tommy (Andrew Garfield), der von allen immer nur gehänselt wurde. Doch bevor es zwischen ihnen knistern kann, drängt sich Ruth (Keira Knightley) dazwischen. Ruth und Tommy werden ein Paar und bleiben dies auch, bis alle drei aus dem Internat versetzt werden auf die Cottages, wo sie fortan leben sollen. Kathy ist eifersüchtig und traurig, wenn sie Ruth und Tommy turteln sieht.
Eines Tages machen die drei mithilfe von anderen jungen Leuten einen Ausflug in die wirkliche Welt, in der sie noch nie zuvor waren. Denn es hieße, man hätte Ruth’s „Original“ gesehen. Doch das stimmt nicht.
Später wird Kathy zu einem „Carer“ – jemand der den anderen „Donators“ das Leben schön macht. Ruth und Tommy hat sie Jahre nicht gesehen und als sie sie wieder trifft, hatten beide schon ihre erste donation hinter sich. Es gab eine Geschichte, in der es hieß, wenn zwei Schüler sich wirklich innig lieben und dies beweisen konnten, dann würde ihnen ein bisschen Zeit gegeben werden und die erste donation würde verschoben werden. Doch Kathy und Tommy, wiedervereint, müssen feststellen, das alles eine Lüge war.
Ruth ist die erste, die den Status der „completion“ erreicht und auf dem OP-Tisch stirbt. Tommy folgt darauf. Erst danach hat Kathy ihre erste donation.

Nun, was soll ich sagen, dieser Film schockt und deprimiert zugleich. Es fängt alles sehr idyllisch mit einer Jugendliebe an, mitten in England, wo alles so rein und englisch ist. Doch als dann die Bombe platzt wird plötzlich alles ganz düster und traurig. Die moralische Frage wird im Film kein einziges Mal gestellt und während man schaut, kommt man auch nicht dazu, sie sich zu stellen. Man möchte einfach nur weiter zusehen und hoffen, sie werden glücklich. Doch natürlich irrt man sich, denn ihre Bestimmung ist es zu sterben. Jeder von ihnen. Das macht das ganze so depressiv. Danach strömen dann die Empfindungen über einen und man fragt sich: wie kann sowas sein? Wie können sie Menschen züchten, nur um anderen Menschen irgendwann zu helfen, aber denen, die donaten, das Leben schließlich kaputt machen? Als seien sie nur Nutztiere, ohne Recht auf ein langes, erfülltes Leben. Das Thema ist wirklich schwierig, doch dadurch, dass diese moralische Sache im Film quasi ausgeklammert wird, funktioniert es. Hier wird nicht gesagt es ist okay, es wird nicht gesagt es ist nicht okay. Da wird keine Meinung statuiert. Es geht auch nicht so sehr darum, warum sie nun da sind, es geht eher um deren Gefühle. Und das ist wunderbar in Szene gesetzt, von allen dreien. Keira nervt ein bisschen, weil sie der armen Kathy das Leben gewissermaßen kaputt gemacht hat, aber das liegt ja an ihrer Rolle. Andrew kommt ein bisschen deppert rüber, was aber ebenfalls an der Rolle liegt und demnach muss man ihm schon zugestehen, dass er wundervoll war. Und Carey? Wunderbar, wirklich wirklich wunderbar. Aber auch ihr little self, die kleine Kathy hat einen tollen Job gemacht.
Das ganze wird mit wundervollen Szenen englischer Landschaft und wirklich schöner Musik begleitet. Die Farbe des Films ist „english“, nicht bunt, eben ein bisschen runtergedreht, aber einfach passend und schön.
Ich mag englische Filme sowieso sehr sehr gern und Never Let Me Go passt sehr gut in die Reihe.
Vielleicht muss ich das Buch im nachhinein lesen um einiges wirklich zu verstehen, aber den Film kann ich ohne weiteres empfehlen, für jeden der auf ruhige Filme zum nachdenken steht.

Mit Keira Knightley, Carey Mulligan, Andrew Garfield

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