Kurzreviews: Dogville, Drachenzähmen leicht gemacht, Welcome to the Rileys, Micmacs

Heute mit Reviews zu:
~ Dogville
~ Drachenzähmen leicht gemacht
~ Welcome to the Rileys
~ Micmacs

Dogville

Trailer

[Spoiler!] Ein kleines verschlafenes Dörfchen in den Rocky Mountains. Dogville. Tom Edison (Paul Bettany) ist Schriftsteller und möchte seinen Mitdorfbewohnern ein bisschen mehr beibringen, zum Beispiel über Moral, da die Dorfbewohner wohl ein Problem mit dem Annehmen von Geschenken haben. Da kommt ihm die entflohene Grace gerade recht, die sich vor Gangstern in der alten Miene versteckt. Grace möchte aufgenommen werden und die Dorfbewohner geben ihr zwei Wochen Zeit sich zu beweisen. Das schafft sie auch und alle voten für sie und sie bekommt sogar Geld. Tom verliebt sich derweil in Grace.
Als ein Fahndungsplakat für Grace aufgehangen wird, kippt die Stimmung allmählich. Grace soll mehr arbeiten, aber macht deswegen auch mehr Fehler. Alle werden etwas aggressiv und Grace scheint bei jedem Mann beliebt zu sein. Das endet damit, dass sie von Chuck, einem Familienvater, vergewaltigt wird. Grace will fliehen und Tom und ben helfen ihr, doch bei der Flucht vergewaltigt auch Ben sie und fährt sie daraufhin zurück ins Dorf. Sie wird angekettet, sodass sie nicht noch einmal fliehen kann. Sie wird eine Sklavin für alle, sie soll trotz schwerer Kette alle Arbeiten verrichten und wird jede Nacht von jedem Mann in Dogville missbraucht. Tom überredet sie, den Dorfbewohnern bei einer Versammlung die Augen zu öffnen, doch das geht nach hinten los. Er sagt er kehre sich von Dogville ab, doch am Ende ist er es, der die Gangster ruft um Grace auszuliefern. Grace ist jedoch die Tochter des Bandenchefs und entschließt sich nach anfänglichem Zögern Dogville auszulöschen. Sie selbst erschießt zum Schluss Tom.

Dogville habe ich mir auf eine Empfehlung hin ausgeliehen (Danke nochmal!) und habe es nicht bereut. Der Film geht zwar verflucht lang und er hatte irgendwie echt kein Ende aber wenn dann doch mal das Ende kommt, dann denkt man nur: Oh mein Gott! Denn das raubt einem fast den Atem.
Aber mal zum Anfang. Das ganze ist aufgebaut wie ein Bühnenstück mit einem Erzähler, der durch das Geschehen führt. Es gibt einen Prolog und 9 Kapitel. Die Szenerie ist etwas, das mir besonders gut gefallen hat, denn ich liebe dieses „Bühnenfeeling“. Es gibt keine richtigen Häuser sondern nur Grundrisse und ein paar Props. Es gibt auch keinen Hintergrund sondern nur Leere, je nach Tageszeit hell oder dunkel. Das engt die ganze Sache sehr ein, gleichzeitig ist aber auch alles durchsichtig und offen, da man als Zuschauer ja in jedes Haus sehen kann. Also in dem Punkt: top! Voll mein Geschmack und wunderbar umgesetzt.
Die Schauspielerische Leistung war auch ziemlich gut. Es ist alles ein bisschen strange, die Leute verhalten sich komisch (zumindest für unsere Verhältnisse) und von daher ist Dogville mal was ganz anderes als jeder normale Film mit viel „Bild“.
Das Ende hätte trotzdem ein bisschen eher kommen können. Ich war ab der Hälfte, trotz der super Szenerie, ein bisschen gelangweilt. Und dann wurde es auf einmal sehr krass, als die Dorfbewohner der Grace die Ketten und dieses Metallkragen anlegen. Für das, was die Bewohner Grace angetan haben, hätte ich persönlich sie auch alle bestraft. Wenn auch vielleicht nicht auf so krasse Weise wie Grace es dann getan hat. An sich fand ich die Figur Grace aber in Ordnung. Sie kommt aus einer reichen verwöhnten Familie und arbeitet ehrlich und freundlich dann im Dorf um sich mit den Menschen anzufreunden. Diese nutzen sie allerdings nur aus.
Alles in allem mal ein anderer Film, den man ruhig mal gesehen haben sollte, wenn man sich ein bisschen bilden möchte. Wie man nun damit umgeht und ob man etwas daraus lernt, ist jedem selbst überlassen. Ich würde mal darauf plädieren, dass man andere Menschen auf gar keinen Fall ausnutzen sollte, sonst wird man erschossen, jawohl.

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Drachenzähmen leicht gemacht

Trailer

Hier geht es um ein weit entferntes Wikingerdorf, was eigentlich ganz normal ist, bis auf die Tatsache, dass sie eine Drachenpest haben. Diese Drachen zerstören regelmäßig das ganze Dorf und klauen die Schafe. Natürlich lassen das die Wikinger nicht auf sich sitzen. Also ziehen sie hinaus um das Nest der Drachen zu finden und alle zu töten. Derweil sollen die jüngsten Mitglieder des Dorfes zu Drachenbekämpfern ausgebildet werden.
Hicks, der Sohn des Häuptlings, ist allerdings eine Niete in allem. Der Vater ist nicht gerade stolz auf seinen Sohn, dabei möchte Hicks nur eins: einen Drachen töten, am liebsten einen Nachtschatten, denn den hat noch niemand je gesehen!
Eines Nachts bei einem erneuten Angriff, erprobt Hicks eine seiner Apparaturen und – oh wunder! – er trifft etwas, doch es fliegt davon. Er macht sich auf die Suche und einige Zeit später findet er ihn, den Nachtschatten.
Der jedoch ist gefangen in einem kleinen Tal, er hat einen Flossenflügeldings verloren und kann nicht mehr richtig Steuern. Da der Nachtschatten Hicks nicht getötet hatte, beschliesst er, ihm zu helfen. Die beiden freunden sich daraufhin an und Hicks lernt vieles über Drachen und dass sie all die Jahre falsch lagen. Bei dem Drachentöterwettbewerb gewinnt er durch sein Wissen und muss einen Drachen töten, sein Vater ist sehr stolz auf ihn. Allerdings möchte er das nicht und gibt auf. Es entsteht eine brenzlige Situation und der befreundete Nachtschatten kommt zur Rettung. Allerdings wird er gefangen genommen von den Bewohnern des Dorfes und dazu missbraucht das Nest der Drachen zu finden. Die Wikinger schlagen sich also durch die See zum Nest und erfahren dort, dass die Drachen nur einen viel viel größeren Drachen das Futter bringen. Am Ende gibt es eine Finale Schlacht und die Drachen helfen den Wikingern und sind dann miteinander befreundet.

Natürlich muss es ein Happy End geben, aber hier passt es ganz gut. Der Film ist furchtbar niedlich und hat so schöne Charaktere! Ich bereue es fast, ihn nicht im Kino gesehen zu haben (wobei mich 3D auch hier nicht reizt). Der Nachtschatten ist sooo knuddelig, man möchte am liebsten auch einen besitzen. Alles in allem ein wunderbarer Film für die ganze Familie, gespickt mit tollen Witzen, lehrreichen Prädigten und einer kleinen Liebesgeschichte.

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Welcome to the Rileys

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Ein Mann ist nicht glücklich in seiner Ehe. Seine Frau hat seit Jahren nicht das Haus verlassen, da ihre Tochter bei einem Autounfall starb, für den sie sich teilweise die Schuld gibt. Der Mann hat derweil eine andere Freundin, die jedoch auch plötzlich verstirbt. Er ist am Boden zerstört. Bei einer Geschäftsreise nach New Orleans trifft er auf die 16 jährige Mal/Alice (Kristen Stewart) die als Stripperin arbeitet, da sie auf der Straße (bzw in einem abgewrackten Haus) wohnt und keine Familie hat. Er kümmert sich kurzerhand um sie und hilft ihr bei allem. Die beiden freunden sich an. Seine Frau kommt irgendwann von ganz allein nach New Orleans gefahren und lernt somit, wieder in der normalen Welt zu leben. Als sie von Mal erfährt, ist sie erst nicht begeistert. Sie ist quasi ein Ersatz für die verstorbene Tochter.
Doch irgendwann findet sie das auch gar nicht so schlecht, wieder Mutter zu sein und hilft ihr auch. Mal findet das ganze nicht so prickelnd und reisst sich von der Leine. Die Rileys gehen wieder zurück, dahin, wo sie hergekommen sind und Mal ruft ab und an an.

Man merkt bei der Storybeschreibung schon, dass irgendwie ein gewisse etwas im Plot fehlt. Irgendein Twist, ein Handlungsstrang. Ich finde, es ist ein bisschen unfertig, obwohl der Film so lang ging.
Dafür sind die Personen schön herausgearbeitet, vor allem eben Doug, den man auch mehrmals weinen sieht, was sehr viel Gefühl zeigt. Natürlich ist er kein Vorzeigeehemann. Viele Menschen werden sicherlich wieder über Kristen Stewart meckern, sie könne „nur einen Gesichtsausdruck“. Ich finde sie nicht schlecht, sie macht ihre Sache gut. Sie ist erst 20 (oder so) und kann doch deshalb noch nicht wie jemand spielen, der viel viel älter ist. Zumal Frauen eh meist nur so Luschenrollen bekommen, so lange sie jung und hübsch sind. Sie passt leider perfekt in die Rolle der abgefuckten Stripperin die Drogen nimmt.
Also, an sich hat der Film mir gefallen, aber ich finde eben, das gewisse Etwas fehlt (wie zum Beispiel bei Yellow Handkerchief).

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Micmacs

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In Micmacs geht es um Bazil, dessen Vater von einer Landmiene getötet wurde, als er klein war und dessen Mutter daraufhin irgendwie nicht mehr ganz dicht war. 30 Jahre später wird auch er von einer Kugel in den Kopf getroffen. Die Ärzte überlegen, ob sie sie rausholen oder drinnen lassen und entscheiden sich für Letzteres.
Nach dem Unfall allerdings, hat er seinen Job und seine Wohnung verloren (das muss man sich mal vorstellen!) und ist obdachlos. Er wird von einer Gruppe Streunern aufgenommen, die allerhand Zeug sammeln und basteln. Als er herausfindet, wer die Leute sind, die die Waffen hergestellt haben, die seinen Vater getötet haben und ihn zum Obdachlosen machten, beschließt er, den Firmen eins auszuwischen.
Daraufhin folgt allerhand Secret Agent Geplapper und einfallsreiche Ablenkmanöver und all sowas. Am Ende ist natürlich alles gut.

Die Ideen sind wirklich nicht zu verachten, die Umsetzung auch nicht. Die Bilder und Farben sind schön, wie bei Amelie, aber Jean-Pierre Jeunet kommt nicht an den Erfolg von Amelie ran. Der Film hat keine Seele, kein Herz, wie ich finde. Das Emotionale hat mich überhaupt nicht angesprochen. Alles wird so fix abgehandelt, es ist echt nur schön anzusehen und sonst nichts. Da steckt keine Tiefe dahinter. Die muss es ja nicht haben, aber alles wirkt so random, so wie mal eben dahingestellt. Hauptsache witzig und einfallsreich, aber eben ohne Seele. Das ist sehr schade und macht einem irgendwie das Film gucken kaputt. Ich war nicht sehr begeistert. Schlecht ist er nicht, aber nochmal anschauen muss ich ihn nicht zwingend.

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