Kurzreviews: Glen or Glenda, Cherrybomb, Lila,Lila, Kabinett des Dr. Caligari

Glen or Glenda

Ein Ed Wood Film!
Man konnte den Film eine Woche lang auf Arte +7 gucken – und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.
Ed Wood ist ja bekannt für furchtbare Filme und wer Tim Burtons „Ed Wood“ mit Johnny Depp in der Hauptrolle gesehen hat, der kann das bestätigen.

Glen or Glenda ist kein normaler Spielfilm. Es ist eher eine Halbdoku wenn man so möchte. Bela Lugosi führt etwas sehr strange in den Film ein, als ob er eine Gruselgeschichte erzählen möchte. Dann geht es weiter bei einem Psychiater, der dann von der Glenda Geschichte erzählt. Es gibt dann noch einen Erzähler der die ganze Zeit im Off die Geschichte begleitet. Ab und an wird Bela wieder eingeblendet der was von Hundewelpenschwänzen faselt.#
Also ganz kapiert hab ich das nicht.
Es geht halt darum, was mit Glen passiert. Er ist ja eigentlich glücklich vergeben, trägt aber gern Frauenkleider. Er muss es seiner Zukünftigen sagen, hat aber Angst, sie verstoße ihn. Nebenbei gab es dann noch die Geschichte von der Geschlechtsumwandlung. Es gibt ja Menschen, die haben beide Geschlechter (siehe Boys Don’t Cry) und werden von den Eltern teilweise auch als das andere (nicht sichtbare) Geschlecht aufgezogen. In der damaligen Gesellschaft natürlich alles nicht so gern gesehen, weshalb es riesen Dramen darum gab.

Was soll ich nur sagen, natürlich ist der Film mies. Aber es ist auch einer der miesen Klassiker, die man unbedingt mal gesehen haben sollte. Und sei es um darüber zu lachen. Trotzdem finde ich, geht der Film gut mit dem Thema um (zumal die Frau von Glen ihn nicht verstößt sondern zu ihm hält).
Sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben ;D

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Cherrybomb

Mit Rupert Grint und Robert Sheehan.

Ich gebe zu, ich habe vorrangig wegen Rupert Grint zu diesem Film gegriffen – obwohl das Argument Robert Sheehan (Misfits) auch sehr überzeugend war.
Die Geschichte spielt in Irland – mal was ganz anderes.
Es geht zentral um dein gut behütet aufgewachsenen Malachy (Rupert) und seinen besten Freund Luke, dessen Vater Drogenhändler für seinen Sohn ist und ihn da auch mit reinzieht.
Es ist Sommer, kurz nach dem Abschluss der Schule. Mal hat gute Noten, Luke treibt sich als Drogenhändler rum. Mal arbeitet im Freizeitpark Titanic um sich ein bisschen Geld zu verdienen. Dann taucht plötzlich die Tochter seinen Chefs auf und die beiden Jungs verlieben sich irgendwie in sie. Michelle nutzt das natürlich schamlos aus und spielt beide gegeneinander aus, der eine solle den anderen übertreffen.
Während Luke die Masche irgendwann durchschaut, trifft es Mal ganz hart, er verliebt sich richtig krass in sie.
An einem Wochenende machen die drei soviel Blödsinn wie nur geht. Das ganz endet mit einer fetten Abschlussparty im Freizeitpark für Michelle, obwohl sie dort nicht sein dürfen. Mal und Luke prügeln sich wegen Michelle, feiern dann aber doch zusammen. Am nächsten Morgen taucht Michelles Dad auf und ist natürlich sauer. Erst schlägt er sie, dann geht Mal dazwischen und wird von ihm fast zu Tode geprügelt. Luke kann nicht mit ansehen wie sein bester Freund fast getötet wird, also greift er ein. Unglücklicherweise ist die Stange, mit der er auf Michelles Dad einhaut etwas zu hart.

Ein sehr erfrischendes Teenager Drama mit einem ziemlich krassen und unerwartendem Ende. Ich finde die Rollen sind super besetzt und ich könnte mit Robert und Rupert die ganze Zeit über ansehen.
Der Soundtrack des Films ist herrlich! Vor allem der Opening Song „Preparedness“ von The Bird and the Bee ist genial und ein echter Ohrwurm.
Was ich bemändeln muss ist die deutsche Synchro. Lukes/Roberts Stimme ist furchtbar! Aber wahrscheinlich nur, weil ich seine echte Stimme durch Misfits gewöhnt bin. Die von Rupert ist in Ordnung (ist das sie selbe wie Rons?) aber ganz ganz schrecklich ist die von Michelle. Sie hört sich wirklich an wie ein kleines Mädchen, halb schmollend, halb weinend. Passt überhaupt nicht zur Optik. Wirklich furchtbar.

Also, wenn ihr könnt: schaut euch die DVD lieber im Original an. Ist wirklich besser!

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Lila, Lila

Oh wow, was ist denn mit mir los? Ein deutscher Film?
Jaa, der lag hier so rum, da schaut man ihn also.

Mit Daniel Brühl, Hannah Herzsprung.

Ich kenne den Roman nicht, aber wozu gibt es denn Filme.
Es geht um den David, der ein Nachttischchen auf dem Flohmarkt kauft, worin er ein Manuskript findet. Um seine Herzensdame zu beeindrucken, tippt er es ab (eigentlich scannt die Faule Socke alles nur), und gibt es ihr zu lesen. Sie ist natürlich begeistert und will es herausbringen. Lustigeweise ist das ganze direkt ein Erfolg und David wird über Nacht zum Star.
Ihm gefällt das allerdings weniger, denn es ist ja nicht sein Verdienst, ihn plagen Gewissensbisse.
Bei einem Signiertermin kommt ein Herr auf ihn zu, der behauptet, er seie der richtig Autor. David bekommt es mit der Angst zu tun und natürlich tut er alles, was der komische Herr von ihm will.
Die ganze Sache dümpelt etwas durch die Gegend bis zur Büchermesse, wo der komische Herr wieder auftaucht und behauptet er sei Davids Agent, was Davids Freundin nicht erfreut. Sie macht direkt Schluss mit ihm und David ist halb tot deswegen. Sein „Agent“ versucht derweil sein neues Buch zu verkaufen, was gar nicht existiert und zudem noch eine furchtbar ätzende Fake-Story hat. Am Ende fällt der Schmarotzer vom Balkon und ist Tod und David und seine Freundin fahren vergnügt in einen Tunnel.

Erm ja, teilweise gibt es Szenen, die haben so sehr genervt, das man am liebsten die DVD aus dem Player gerissen hätte (wäre es doch nur keine Leih-DVD gewesen.). Zum Beispiel Davids erste Lesung in einer kleinen Buchhandlung wo David aus dem Off immer wieder „Rendevous“ sagt und zwar IMMER UND IMMER WIEDER! Man möchte sich die Ohren abreissen um den Schmarrn nicht mehr zu hören.
Die Geschichte wiederholt sich so verdammt oft durch komische Zeitsprünge, die keinen Interessieren. Die Szene mit dem Motorrad und dem Tunnel kommt 3 mal vor. Und man wollte sich beim zweiten Mal schon übergeben.
Vorauszusehen ist natürlich auch alles und einzig Daniel Brühl liefert eine halbwegs gute Leistung ab.
Die Geschichte an sich hat eigentlich so viel Potenzial, es ist doch recht spannend, dass man ein Manuskript finden kann und dann herausfinden kann, wer es geschrieben hat und wieso. Allerdings ist hier dieser Fund nur Mittel zum Zweck um eine strange Dreierbeziehung aufzubauen, die nichtmal wirklich Spaß macht. Der Alte ist einfach nur nervig und dass David sich nicht gegen ihn wert ist noch mal doppelt so nervig. Man möchte ihn schütteln und rufen: SAG DOCH EINFACH DIE WAHRHEIT VERFLUCHT!
Aber natürlich steht das ja so nicht im Drehbuch.

Und dann fragt man mich, wieso ich heutige deutsche Filme so verabscheue, wenn soetwas dabei rauskommt.

Für Fans von Daniel Brühl ist der Film jedoch zu empfehlen (es gibt einige optische Schmankerl ;D) und wen die Geschichte interessiert, der sollte auf jedenfall mal reinschauen.

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Das Kabinett des Dr. Caligari

Siehe da, noch ein deutscher Film!
Doch diesmal einer von 1919!
Ah, die gute alte Stummfilmära. Wenn man Stummfilm und deutsch in einem Satz sagt, sollte selbst dem Unwissendsten sofort „Metropolis“ in den Kopf schießen.
Doch hier haben wir den wohl berühmtesten deutschen Stummfilm vor uns. Der Film der deutschen expressionistischen Ära des Films, der so viele Filmemacher beeinflusst hat. Ein Wegweiser der Filmgeschichte.
Ein tadelloses Beispiel für jeden der etwas über Filme lernen möchte.
Selbst Hitchcock hat von diesem Film gelernt (vergleicht man The Lodger und Caligari, entdeckt man gewisse Dinge, die sich ähneln ;D).

Und da frage ich mich doch: wo sind all die guten deutschen Filme geblieben? Ich glaube ja, dass mit der Einführung des Tonfilms, die guten deutschen Filmemacher ausgestorben sind. Man kann es kaum vergleichen, Lila,Lila und Caligari, aber in jedem Fall würde ich lieber zum Stummfilm mit schlechter Qualität greifen, als zu dem neueren Film.

Aber zum Inhalt: Es geht um Francis, Alan und seine Verlobte Jane, die auf einem Jahrmarkt den Dr. Caligari treffen, der einen Schlafwandler (Cesare) dabei hat, der die Zukunft vorhersehen kann.
Cesare sagt vorher, dass Alan nur noch bis Morgengrauen leben wird. Und so kommt es, Alan wird umgebracht und Cesare wird dafür verantwortlich gemacht.
Die Menschen der Stadt versuchen Cesare zu jagen, der stattet Jane noch einen nächtlichen Besuch ab und entführt sie. Jedoch kann er nicht lange fliehen und stirbt daraufhin.
Die Polizei will Caligari befragen, doch der kann fliehen.
Francis bringt Caligari dann in eine Seelenheilanstalt, doch was passiert dort? Ist er der Direktor? Oder nicht?

Wirklich ein wahres Meisterwerk! (Und jeder der denkt, Tim Burton habe die schrägen Wände und Fenster erfunden, solle doch bitte hier einmal einen Blick hinein werfen und sich eines Besseren belehren lassen)

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