Review: The Social Network

Man sollte das natürlich nicht falsch verstehen. Wenn man sagt „das ist ein Film über Facebook“ könnten einige falsche Erwartungen gehegt werden. Negative Erwartungen: OH NE NUR EIN FILM ÜBER EINE WEBSITE! Positive Erwartungen: YAY EIN FILM ÜBER MEINE SPIELE UND FOTOS UND FREUNDE UND…!
Weder noch, meine Lieben, man sieht die Website im Grunde nur ein paar Sekunden von der Screentime.

Wichtig hier sind die Macher hinter Facebook. Allen voran natürlich Mark Zuckerberg. Ob der nun wirklich der Erfinder ist, das wird im Film diskutiert.
Die Story ist also im Grunde ausgefüllt vom Rechtsstreit, bzw zwei Rechtsstreits, zum einen wegen Urheberrechts und zum anderen wegen.. eh.. naja, Hintergehen.

Allerdings sollte man nicht total dumm in den Film gehen, denn sonst könnten einem in gewissen Szene die Ohren platzen mit all dem Informatikzeugs was dort gelabert wird. Da muss man etwas aufpassen.
An sich ist der Film aber super gemacht! Ist ja auch ein David Fincher.
Wie die Szenen zusammengesetzt sind, die Bildausschnitte gewählt sind und die Story umgesetzt ist – daran gibt es nichts zu meckern.
Eine Szene ist mir komischerweise besonders im Gedächtnis geblieben und zwar die, in der Mark über den Campus rennt. Die war so unglaublich lang! Dabei hatte sie kaum einen Sinn. Aber sicherlich gibt es da stilistisch ne Menge zu interpretieren.
Der Film hat im Grunde ein ernstes Gesicht, wird aber gespickt mit einigen sehr witzigen Aussagen. Allerdings sind einige davon etwas versteckt, sodass man sich im Internetjargon schon ein bisschen auskennen sollte um alle witzigen Sachen mitzukriegen.

Kommen wir zu den Schauspielern. Jesse Eisenberg, den ich ja eigentlich total mag (Zombieland!), spielt Mark Zuckerberg. Aussehenstechnisch nicht schlecht gewählt (auch wenn natürlich Jesse um einiges hübscher ist!). Allerdings wirft die ganze Art und Weise des Films, des Spielens, und überhaupt, ein sehr schlechtes Bild auf den echten Mark. Und ich hoffe, dass dies nicht auf Jesse übertragen wird. Es ist eine ziemliche Leistung, in fast jeder Szene so emotionslos und mit einer komischen Fresse daherzukommen. Als ob er ein Roboter mit einem verstellten Kiefer ist.
Der Film stellt Mark als wirkliches Arschloch hin, obwohl es versucht, dies gegen Ende noch zu revidieren (was einfach nicht ausreicht…). Und wenn man dann in der letzten Szene Mark da sitzen sieht, wie er alle 5 Sekunden auf f5 drückt.. naja, mir kommt das ein BISSCHEN crazy rüber.
Als nächstes hätten wir dann da Andrew Garfield. Der spielt Marks besten Freund. Und der verklagt ihn ja später. Zurecht wie ich finde! Andrew ist eine wahre Augenweide für die weibliche Bevölkerung, zu der ich mich natürlich auch zähle. Außerdem ist die Figur an sich eigentlich zu jedem Zeitpunkt sympathisch. Er ist naiv, indem er Mark so viel Geld gibt, und ein bisschen anstrengend weil er so pessimistisch wird, aber das hat immer seinen guten Grund. Am Ende habe ich mehr mit ihm mitgefiebert als mit Mark.
Dann gibt es da noch Justin Timberlake, der den Napster-Erfinder spielt. Ist der wahre Napster-Erfinder auch so eine Ratte? Justin hat den perfekt in Szene gesetzt, schmierig, heuchlerisch… man hasste ihn fast schon vom ersten Augenblick an – und konnte überhaupt nicht verstehen, wieso Mark so auf ihn abfuhr.
Mehr erwähnenswerte Menschen gibt es da gar nicht. Diese komische Zwillinge, die Mark verklagen sind eher große Witzfiguren mit wenig Hirn, die Mädels vom Anfang kamen mir sehr bekannt vor… ich glaube die eine war aus Hotel Zack und Cody und die andere war… ich komm nicht drauf. Beide kenne ich aber aus irgendwelchen Serien.

Was bleibt noch zu sagen. Ich finde, wie der Streit ausgegangen ist, hat definitiv so seine Richtigkeit. Die Zwillinge haben ne ganze Menge Geld bekommen, sollen aber die Klappe halten. Ich meine, die heulen rum, weil sie so blöd waren und ihre Idee weitergeplaudert haben? Eigene Dummheit, wirklich.
Eduardo, der beste Freund, bekam auch ne nette Summe Geld und wurde wieder als Gründer im Impressum genannt. Finde ich nur fair. Nach alldem was Mark abgezogen hat. Der hat ja selbst immer das meiste Geld bekommen, als es dann eine Neuaufteilung der Anteile an der Firma gab, wurden Eduardos Prozente von 30,irgendwas auf 0,03 Prozent gesenkt! Kann man sich das vorstellen? Sowas tut man seinem besten Freund doch nicht an!

Sitzt man am Ende noch im Abspann des Filmes, dann fragt man sich kurz: Was ist eigentlich passiert?
Der Plot ist im Grunde nur der Rechtsstreit (bzw eben die zwei) in denen die Geschichte mit Rückblenden erzählt wird. Mehr nicht.

Positiv zu erwähnen sei auf jeden Fall noch der Soundtrack. Der ist wunderbar! Dieses eine Stück, das kreiert so eine geniale Athmosphäre – als ob gleich etwas großes passiert, diese Spannung, kaum auszuhalten.
Wirklich wirklich genial. Und die Ruderbootszene wurde musikalisch wunderschön umgesetzt. Also definitiv einen Reinhörer wert!

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