Kurzreviews: 9, Bronson

„9“ wird ja irgendwie immer als Tim Burton Film angesehen. Deswegen stand er auch auf meiner Liste. Nachdem ich ihn gesehen hab, muss ich sagen, dass das kein Burton Film ist. Und Tim da nichtmal richtig dran mitgearbeitet hat. Ich glaube, die haben seinen Namen nur zu den Producern geschrieben, damit man mehr einspielt.

An sich ist der Film ganz niedlich. Es geht um 9 kleine Püppchen, die von einem Wissenschaftler erschaffen und mit Teilen seiner Seele gefüttert wurden. Die Menschheit wurde jedoch vernichtet. Es wurde nämlich eine Maschine erbaut, die selbst denken konnte, naja und irgendwann gab es Krieg zwischen mensch und Maschine und die Maschine hat gewonnen. Bzw nicht ganz, denn etwas kleines (dieser Seelenstein) fehlt ihr noch. Den hatte der Professor. Puppe Nr.9 macht aber den Fehler und steckt den Stein in die böse Maschine. Und damit beginnt der Kampf ums Überleben.
Es gibt einige Verluste, die dann aber am Ende doch noch ihren Seelenfrieden finden. Happy End also.
Wie gesagt, an sich recht süß, aber ein bisschen… spannungslos.
Auf der DVD war auch der Kurzfilm mit drauf, den ich natürlich direkt mal hinterher geguckt habe. Der Kurzfilm wirkt etwas roh und er hat keine Dialoge. Die Geschichte erzählt sich durch Bilder und Musik. Übrigens ist es genau die selbe Geschichte mit minimalen Änderungen und ein bisschen weniger Action.
Aber ehrlich gesagt, hat mir der Kurzfilm, auch wenn die Animation sehr roh wirkt, viel besser gefallen als der Hauptfilm. Die Geschichte kam einfach interessanter rüber, da alles etwas kompakter war. Dadurch, das ja nun nicht wirklich viel passiert ist, wurde man am Ende nicht enttäuscht. (Im Hauptfilm wartete man immer noch auf den Knall, der nie kam)

Alles in allem also ein wenig enttäuschend. Kein Burton weit und breit (es ist natürlich kein Muss, auch ohne Burton ist der Film schön, nur wozu der Name? Marketing!) und die Ausarbeitung der Story etwas fad.
Kurzfilm juchei!

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Bronson

Bronson stand auf meiner DVD Leihliste wegen Tom Hardy. Ich bin kein großer Fan, aber durch mein (weniges) Mitwirken im Inception Fandom, bekam ich doch so einiges von Hardy mit. Und neue Filme sind immer gut.
Und ich muss sagen: Gottseidank!
Mir hätte sicherlich irgendwann etwas gefehlt, wenn ich diesen Film nicht gesehen hätte.

Es geht um den berühmtesten englischen Gefängnisinsassen: Charles Bronson. Es ist sozusagen seine Lebensgeschichte, oder vielmehr, seine Gefängnisgeschichte. Das Schicksal ist schon hart, er saß, wie viel? 30 Jahre in Einzelhaft. Da muss man ja verrückt werden.

Der Film ist aus der Sicht von Bronson gemacht. Seine Motive, seine Gedanken, seine Sicht der Dinge. Genial ist die Mimik. Die Mimik spielt eine sehr große Rolle, da nicht alles gesagt, aber vieles gezeigt wird. Oft gibt es auch nur Szenen in denen sich Menschen ansehen, nicht bewegen, und einfach nur Tatsachen sprechen lassen. So skurril und doch wunderbar zum ansehen. Jedoch denke ich, dass viele, die den künstlerischen Wert nicht sehen, diesen Film als „Schwachsinn“ bezeichnen würden. Man muss jedoch die stilistischen Mittel hinterfragen. Die Bildsprache hier ist riesig und unheimlich gut umgesetzt. Allein die Irrenhausszene ist genial. Die Kamera ist so gut eingesetzt. Ich kann eigentlich nur über die geniale Inszenierung schwärmen. Noch dazu kommt die unglaubliche Schauspielerische Leistung von Hardy. Kannte ich ihn nur aus Inception (wo wahrlich von kaum einem Schauspieler wirkliche Tiefe abverlangt wurde) und einem mini Auschnitt aus einem britischen Film, so überrascht mich die exzellente Tiefe hier doch umso mehr.

Man kann kaum erklären, was man gesehen hat, man kann nur empfehlen, sich dieses künstlerische Werk selbst anzusehen. Man mag kaum glauben, dass es sich hier um einen Film handelt, dessen Haupdarsteller ein gemeingefährlicher Gefängnisinsasse ist und die wahre Geschichte dieses Mannes erzählt. Selbst wenn man nicht auf den Plot steht, für die künstlerische Seite gibt es tausend Punkte. Ansehen!

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