Up in the Air – Review

Ryan (George Clooney) ist ein Vielflieger. Sein Job besteht darin, zu Firmen zu fliegen, die zu feige sind, selbst ihre Mitarbeiter zu entlassen. Das macht Ryan dann für sie. Er ist darin Profi.
Alles läuft bestens. Das einzige was Ryan stört sind die knapp 40 Tage die er „Zuhause“ verbringen muss, in seiner Ein-Raum-Wohnung in Omaha. Denn für ihn ist „Zuhause“ das Reisen.

Alles ändert sich jedoch, als seine Firma frischen Wind durch eine neue Junge Kollegin (Anna Kendrick) bekommt, die den Vorgang des „Entlassens“ elektronisieren will. Die Leute sollen per Webcam entlassen werden. Ergo: Kein Reisen mehr für die Mitarbeiter.
Ryan ist davon natürlich überhaupt nicht begeistert. Denn sein Ziel ist es, die 10 Millionen Meilen Marke zu knacken. Dies haben noch nicht viele Menschen auf der Welt geschafft und er möchte zu diesem exklusiven Club gehören.

Sein Chef hat aber einen Kompromiss: Ryan und die junge Kollegin fliegen für eine Weile zusammen, damit sie das Geschäft hautnah miterlebt. Ryan findet das doof, denn er ist es nunmal gewöhnt allein zu sein.
Durch die Bekanntschaft mit Alex, die ebenfalls viel fliegt und ihm ziemlich ähnlich ist in gewisser Hinsicht, ändert sich einiges für Ryan, ab dem Zeitpunkt, indem er seine junge Kollegin mitnimmt.

Jason Reitman hat ein furchtbares Talent dafür, seinen Filmen einen gewissen Touch zu geben, dass man sie einfach mögen muss. So war es auch schon bei Juno.
Zwar wird das keiner meiner Lieblingsfilme, aber irgendwie hat er etwas, vielleicht liegt das auch an der sehr guten Performance von George Clooney.
Durch die authentisch wirkenden „Interviews“ mit den rausgeworfenen Arbeitern, kommt noch eine Priese Ernsthaftigkeit hinzu, die aber wieder aufgelockert wird, durch wundervolle kleine Gags.
Manch einer mag „Frauenfilm“ dazu sagen, wenn er daran denkt, dass es um George Clooney und Beziehungen geht. Ich finde allerdings, dass der Film einiges mehr zu bieten hat.
Vertieft man sich in dem Gesagten, wird einem einiges klar. Was Beziehungen mit einem Menschen machen, was Besitz mit einem Menschen macht.
Mich persönlich hat der Film beeindruckt, das Gesamtspiel von philosophischen Einzelheiten und Beziehungskistenkram gepaart mit Witz und Charme und tollen Bildern und Musik.
Zudem finde ich, dass Anna Kendrick einfach grandios war! Ich kannte sie davor ja nur als Jessica aus Twilight/New Moon aber hier bewies sie ihr wahres Können. Man hat sie sofort ins Herz geschlossen und mit ihr gelitten und gelacht. Ein richtig sympathischer Charakter.

Gegen Ende musste ich aufpassen nicht ein oder zwei Tränchen zu verdrücken, weil mich die Wendnung wirklich ein bisschen schockte. Das Ende an sich ist sehr offen – man hat, als der Abspann beginnt, noch unheimlich viele Fragen. Doch kommt man nichtmal dazu sie zu denken, wenn das Kino einem schon mit grellem Licht aus dem Saal drängt. (Das ist das heutige Problem der Kinos. Man lässt einen nichtmal mehr den Abspann in Ruhe zuende gucken. Es gibt auch Leute, die nicht beim ersten Namen davon rennen! Tze…)

Alles in allem ist „Up in the Air“ ein sehr ruhige Film. Keine Action, keine großartige Spannung. Es ist eben ein Film über Beziehungen und wie sie das Leben eines Menschen verändern können.
Trotzdem finde ich ihn sehr gut, denn im Gegenzug zu den ganzen schnell geschnittenen Filmen voller Schusswaffenaction, Spannung und Horror, ist dieser Film eine gelungene Abwechslung.
Dabei kommt er nicht so lächerlich gewollt rüber, wie gewisse andere Liebeskomödien, dessen Trailer einem schon sagen, dass dies „gewollt und nicht gekonnt“ ist.

Das Buch zum Film könnt ihr hier bestellen. Den wundervollen Original Soundtrack gibt es auch noch oben drauf. Viel Spaß damit!